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Wenn die Gelenke schmerzen: Arthrose erkennen und behandeln

April 11, 2018

Der menschliche Bewegungsapparat ist ein Wunderwerk der Funktionalität und der Regeneration. Dennoch können Verschleißerscheinungen mit zunehmendem Alter ein Problem werden. Das trifft insbesondere auf Gelenkverschleiß zu.

Es gibt zwei Möglichkeiten dem vorzubeugen. Erstens: Die Gelenke nie dauerhaft überlasten – dieser Rat betrifft vor allem Sportler. Zweitens: Moderate Bewegung und gesunde Ernährung miteinander verbinden. Denn beides hilft den Gelenken, sich zu regenerieren.  Und falls es mal gar nicht mehr geht, helfen natürliche Medikamente wie Homöopathika gegen den Schmerz und fördern so die Beweglichkeit.

Was ist Arthrose und wie entsteht sie?

Was ist Arthrose? Die Knochen in unseren Gelenken werden von einer Knorpelschicht geschützt. Mit zunehmendem Alter kommt es nach und nach zu einem Verschleiß dieser Knorpelschicht in einem oder mehreren Gelenken. Geht dieser Verschleiß über das altersentsprechende Maß hinaus, bezeichnet man den Gelenkverschleiß als Arthrose.

Kurz gesagt, das Kennzeichen einer Arthrose ist der Abbau der Knorpelschicht der Gelenke.

Dieser Gelenkverschleiß führt zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen. Damit belastet er das Gelenk insgesamt und die umgebende Muskulatur, die sich durch die mangelnde Aktivität verkürzen kann.

Arthrose kann in allen Gelenken auftreten. Am häufigsten von Verschleiß betroffen sind jedoch die großen Gelenke wie Knie-, Hüft- und Schultergelenk.  Aber auch das Hand- und Fußgelenk können betroffen sein. Ebenso die kleinen Gelenke von Fingern, Zehen und Wirbelfortsätzen.

Verschleiß ist ein natürlicher Prozess

Erste Abnutzungserscheinungen der Gelenke zeigen sich schon im Alter um die 30 Jahre. Die Ursachen hierfür sind vielfältig. Wer einmal in ganz ruhiger Umgebung seinen Kopf in alle Richtungen bewegt, wird es meist sehr leicht knirschen oder knacken hören. Doch zur Erkrankung kommt es erst, wenn Symptome wie Schmerz und Bewegungseinschränkung auftreten. Das ist bei etwa 10 Prozent der Menschen zwischen 50 und 70 Jahren der Fall. Frauen sind vom Gelenkverschleiß häufiger betroffen.

Ein Verschleiß der Gelenke ist nach Meinung von Experten aber keine Krankheit sondern ein ganz natürlicher Prozess. Deshalb bedeutet die Diagnose „Arthrose“ an sich erst einmal nichts Schlimmes. Denn selbst ausgeprägte Verschleißerscheinungen der Gelenke kann der Bewegungsapparat bis ins hohe Alter kompensieren, wenn seine Regenerationsfähigkeit unterstützt wird.

Manchmal sind Patienten erstaunt, wenn sie ihre Röntgenbilder mit deutlichen Veränderungen sehen, aber fast keine Symptome haben. Erst wenn in einem oder mehreren Gelenken starker Schmerz und/oder Funktionseinschränkungen auftreten, wird die Arthrose zu einer Krankheit.

Bei den ersten Beschwerden helfen sich viele Patienten zunächst einmal selbst, zumeist mit Medikamenten gegen den Schmerz. Hier bieten auch homöopathische Arzneimittel, die gut verträglich sind und sich auch zur Langzeitanwendung eignen, eine gute Möglichkeit zur Behandlung der Symptome.

Bei starken oder langanhaltenden Schmerzen oder Schmerzen unklarer Ursache sollte jedoch grundsätzlich der Gang zum Arzt erfolgen.

Wie entsteht Arthrose?

Bei Gelenkverschleiß ist vor allem der Knorpel betroffen, der die Gelenke überzieht. Im Knorpel gibt es keine Blutgefäße, so dass er seine Nährstoffe nur sehr spärlich über die Gelenkflüssigkeit bekommt.

Das macht den Knorpel anfällig für Verletzungen und Schäden („Abrieb“), die im Erwachsenenalter nicht mehr ausheilen. Denn nach der Pubertät findet im Knorpel keinerlei Durchblutung mehr statt, daher ist eine körpereigene Knorpelregeneration nicht mehr möglich. Wenn etwa durch Überbelastung zur Regeneration nur wenig Zeit bleibt, entsteht ein Teufelskreis, die Schäden verschlimmern sich.

Welche Ursachen hat Knorpelverschleiß?

Die Antwort ist vielschichtig. Aufgrund von altersbedingter Abnutzung, falscher oder zu starker Belastung, Fehlstellungen wie zum Beispiel X-Beinen, aber auch aufgrund weiterer Risikofaktoren wie Diabetes kann der Knorpel eines gesunden Gelenks Schaden nehmen.

Starkes Übergewicht und mangelnde Bewegung sind Risikofaktoren für Gelenkarthrose. Eine weitere Ursache ist falsche Ernährung. Meidet man nicht so weit wie möglich die schädlichen Ursachen und bleibt bei seiner ungesunden Lebensweise, schreitet der Knorpelschaden des betroffenen Gelenks voran.

Ist der Knorpel erst geschädigt, wird die Belastung der Gelenkfläche nicht mehr gleichmäßig verteilt. Eine Entzündung entsteht, der Schmerz in Knie, Schulter oder Hüfte verstärkt sich, die Beweglichkeit wird eingeschränkt. Diagnostiziert wird Gelenkverschleiß (Arthrose) in Deutschland zumeist durch bildgebende Verfahren wie Röntgenaufnahmen oder Tomografie (MRT). Hier sind die Schäden an den Gelenken direkt sichtbar.

Warum verschleißt ein Knorpel?

Um gesund zu bleiben, brauchen die Gelenke das richtige Maß an Bewegung. Während Über- und Falschbelastung zu Knorpelschäden führen, hilft regelmäßige, moderate Bewegung dem Knorpel dabei, elastisch zu bleiben.

Fällt die Bewegung weg, kann der Knorpel keine Nährstoffe aufnehmen und Stoffwechselprodukte abbauen. Die Unterversorgung des Knorpels bewirkt, dass er spröde und porös wird. Der pH-Wert im Gelenk ändert sich. Dies zieht eine Übersäuerung nach sich. Entzündungen und Gelenkergüsse bilden sich. Am Ende dieses Kreislaufs droht die komplette Zerstörung des Knorpels.

Wer seine Gelenkknorpel überstrapaziert, muss mit Arthrose rechnen. Ist der Knorpel erst geschädigt, reicht schon eine normale Belastung wie etwa Treppensteigen aus, um Schmerzen hervorzurufen.

Letztlich sind die genauen Ursachen für eine Arthrose-Erkrankung noch nicht vollständig geklärt. Es wird jedoch angenommen, dass Ausbruch und Verlauf der Krankheit von mehreren Risikofaktoren bestimmt wird.

Risikofaktoren für Arthrose sind

  • Zunehmendes Alter
  • Angeborene Fehlstellungen (z. B. X-Beine oder O-Beine)
  • Erbliche Veranlagung
  • Stoffwechselerkrankungen (Diabetes)
  • Verletzungen (Kreuzbandrisse oder Meniskusschäden, die zur Instabilität des Gelenkes führen)
  • Langjährige Überlastung (Extremsport, harte körperliche Arbeit oder einseitige Belastung)
  • Übergewicht

Wenn die Gelenke schmerzen: Arthrose und ihre Symptome

Gelenkverschleiß kann sehr lange ohne Symptome bestehen. Erste Anzeichen für Arthrose können Schmerzen in den Knien beim Treppensteigen oder nach dem Sport sein. Während die Bewegungsschmerzen zu den frühen Symptomen zählen, zeigen Gelenkschmerzen, die auch in Ruhe auftreten, typische Spätschäden an.

Treten Schmerzen der Gelenke anfangs nur unter Belastung auf, können sie bei fortschreitendem Verschleiß auch bei normalen Bewegungen entstehen. Häufig ist auch die umliegende Muskulatur von den Arthrose-Beschwerden betroffen.

Schmerzende Muskeln, Gelenksteifigkeit mit eingeschränkter Beweglichkeit und zunehmender Bewegungseinschränkung (bis hin zur Versteifung) sowie entzündungsbedingte Schwellungen der Gelenke sind weitere Symptome. Arthrose-Symptome können sich zudem individuell bei Kälte oder nassem Wetter verstärken.

Diagnose Arthrose: Was hilft bei schmerzenden Gelenken?

Arthrose ist nicht heilbar. Ist der Gelenkknorpel einmal geschädigt, lässt sich der Verschleiß im Erwachsenenalter nicht rückgängig machen.

Um das betroffene Gelenk und den geschädigten Gelenkknorpel zu schützen, ist für Patienten jetzt Bewegung, gezielter Muskelaufbau sowie Gewichtsreduzierung und gesunde Ernährung wichtig. Krankengymnastik kann ebenso helfen, die Gelenke zu entlasten und Funktionsstörungen zu beheben.

Die wichtigsten Tipps, um die Gelenke zu entlasten

  • Übergewicht reduzieren
  • Gelenkschonende, regelmäßige Bewegung
  • Gezielt Muskulatur aufbauen
  • Fehlbelastung und Überbelastung vermeiden
  • Gesunde Ernährung
  • Auf Rauchen verzichten

Mit regelmäßiger Bewegung dem Gelenkverschleiß vorbeugen

Regelmäßiger Sport dient der Verbesserung der Ernährungssituation im Gelenk. Untersuchungen zeigen, dass Menschen, die moderaten Laufsport betreiben, einen besseren Knorpelzustand haben als Menschen, die wenig Sport machen. Auch sanfte Bewegungsformen wie Yoga oder Tai-Chi verbessern die Beweglichkeit.

Gelenkschonende Sportarten wie Nordic Walking und Schwimmen eignen sich ebenfalls. Durch den Aufbau von Muskulatur werden Gelenke von Knie, Hüfte und Schulter zusätzlich entlastet. Zudem hilft Bewegung dabei Übergewicht zu reduzieren.

Wie helfen Physiotherapie und Krankengymnastik?

Im Rahmen der sogenannten konservativen Therapie hilft Krankengymnastik den Patienten, ihre Gelenke zu entlasten und Funktionsstörungen zu lindern. Krafttraining zum Muskelaufbau, Mobilisation der Gelenke, manuelle Therapie aber auch Bewegungstherapie und Ergotherapie sind Behandlungsmethoden der Krankengymnastik.

Der Physiotherapeut kann im Rahmen der Behandlung die besten Übungen zeigen, mit denen das erkrankte Gelenk beweglich bleibt. Es ist in jedem Fall sinnvoll, auch zu Hause zu trainieren.

Hilft Wärmetherapie bei Arthrose?

Die positive Wirkung von Wärme in der Schmerztherapie ist seit Jahrhunderten bekannt. Insbesondere bei schmerzhaften Muskelverspannungen und schmerzende Gelenken hat sich Wärmetherapie bewährt. Bei nichtentzündlicher Arthrose kann Wärme helfen Gelenkschmerzen zu lindern.

Verschiedene Wärmetherapien bieten sich an, um betroffene Bereiche des Körpers (z.B. Kniegelenk, Schultergelenk) zu therapieren.

Wärme kann jedoch bei bestimmten Erkrankungen, die mit Entzündungen einhergehen, schädlich sein. Dies gilt etwa bei Arthritis. Sprechen Sie vor Beginn einer Wärmetherapie mit Ihrem Arzt. Er kann zudem die passende Therapie verordnen.

Bekannte Wärmetherapiemethoden:

  • Fango
  • Naturmoor
  • Rotlicht
  • Heiße Rolle
  • Heißluft
  • Packungen
  • Wickel

Bitte beachten: Typischerweise verlaufen chronische Erkrankungen wie Gelenkverschleiß in Schüben. Bei Menschen mit fortgeschrittener Arthrose kann es sein, dass die begleitende Entzündung phasenweise sehr stark wird. In diesen akuten Fällen ist Wärme nicht angebracht. Hier hilft eher Kälte, also indem man z.B. kühlende Umschläge um die betroffenen Gelenke macht.

Kann gesunde Ernährung Gelenkverschleiß vorbeugen?

Die richtige Ernährung, der Abbau von Übergewicht sowie gelenkschonende Bewegung spielen beim Vorbeugen von Gelenkverschleiß eine zentrale Rolle.

Jedes Kilogramm zu viel ist eine Belastung für Gelenke und Knochen. Regelmäßige Bewegung und eine langfristige Ernährungsumstellung hin zu einer ausgewogenen Ernährung können Übergewicht abbauen.

Zur gesunden Ernährung zum Vorbeugen einer Arthrose können Omega-3-Fettsäuren positiv beitragen. Auch der Verzicht auf entzündungsfördernde Elemente in der Ernährung wie etwa übermäßiger Fleischkonsum oder zu viele gesättigte Fettsäuren hilft, vorzubeugen. Heutzutage wird auch eine spezielle „Gelenk-Ernährung“ angeboten.

Mit Homöopathie gegen den Schmerz

Gelenkverschleiß wird je nach Stadium und Veranlagung von Entzündung und Schmerzen begleitet. Sehr beliebt sind deshalb Medikamente, die gut gegen beides wirken. Sie sind unter der Abkürzung NSAR bekannt, was so viel wie Nicht-steroidale-Antirheumatika heißt.

Eine weitere Möglichkeit, gegen die Symptome von Gelenkverschleiß vorzugehen, bietet die Homöopathie. Und zwar in zweifacher Weise. Ebenso wie bei konventionellen Medikamenten gibt es auch homöopathische Arzneimittel, die man einfach in der Selbstmedikation einsetzen kann. Homöopathika haben den Vorteil, sehr verträglich und auch für die Langzeitanwendung geeignet zu sein. Hierzu bitte den Apotheker befragen.

Die zweite Möglichkeit bietet eine Behandlung bei einem homöopathischen Arzt oder Therapeuten. Da die Homöopathie individuell ausgerichtet ist, kann auf diese Weise auch gegen die sehr individuellen Ausprägungen der Arthrose eingegangen werden. Die Homöopathie unterscheidet z.B. sehr intensiv, welcher Art der Schmerz ist.

Viele Krankenkassen bezahlen eine homöopathische Behandlung. Am besten hier mal bei der eigenen Kasse nachfragen. Übrigens können homöopathische Mittel auch als Begleittherapie bei einer Behandlung mit konventionellen Präparaten eingesetzt werden.

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