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Bodyguard des Körpers – das Immunsystem

März 21, 2018

Tag für Tag ist unser Körper heftigen Kämpfen ausgesetzt. Im Idealfall bekommen wir davon jedoch gar nichts mit. Ständig versuchen Viren, Bakterien Pilze und andere Krankheitserreger einzudringen und uns zu ihrer Heimat zu machen. Das zu verhindern, ist Aufgabe des Immunsystems. Es erkennt die Eindringlinge blitzschnell und schickt sofort eine ganze Armee an Abwehrzellen, um die Invasion im Keim zu ersticken – solange es gesund ist.

Wie wertvoll diese Firewall des Körpers ist, merken wir erst, wenn die Immunabwehr schwächelt. Dann haben Erreger plötzlich leichtes Spiel, wir werden krank. Aber wie funktioniert dieses Wunderwerk der Natur? Und was können wir tun, um es zu stärken oder nach einer Infektion wieder aufzubauen?

Manche sind fitter als andere

Wer kennt das nicht: Nur ein Kollege schleppt sich mit einer Infektion zur Arbeit, schon ist bald die Hälfte der Abteilung krank. Doch einige bleiben gesund, obwohl sie den gleichen Erregern ausgesetzt waren. Ihr Immunsystem wehrt die Erkältungsviren erfolgreich ab. Wo liegt der Unterschied? Was ist bei diesen Glücklichen anders?

Die drei Verteidigungsstufen

Als „mächtigste Schutzpatrouille der Welt“ beschreibt Dr. med. Lutz Bannasch in seinem Buch „Gesunde Psyche, gesundes Immunsystem“ die Körperabwehr und führt aus: „Am besten lässt sich das Immunsystem mit dem Militär vergleichen. Es muss den Organismus gegen Angreifer von außen verteidigen, gefährliche Eindringlinge – Krankheitserreger wie Bakterien, Viren, Pilze, Parasiten – niederkämpfen und kontrollieren, ob alles in Ordnung ist.“ Drei große Verteidigungssysteme halten die Angreifer in Schach:

1. Mechanische Barriere

Die erste Hindernislinie der Immunabwehr bilden die mechanischen und chemischen Barrieren von Haut und Schleimhäuten. Die Haut ist von einem Säureschutzmantel und einer Hautflora aus „guten“ Keimen umgeben. Die Schleimhäute in den Atemwegen und im Verdauungstrakt bekämpfen die Eindringlinge mit einem Sekret, das sie bindet und abtötet.

Feine Flimmerhärchen in den Bronchien und der Nase transportieren Fremdstoffe ab und reinigen so die Atemwege. Der Tränenfilm in den Augen spült unzählige Keime über die Tränenkanäle aus, bevor sie sich festsetzen können. Auch Urinfluss und Magensaft gehören zu diesen, für Krankheitserreger, tödlichen Abwehrmechanismen des Körpers.

2. Unspezifische Abwehr

In der zweiten Linie beseitigt die angeborene unspezifische Immunabwehr bereits eingedrungene Erreger. Sie erkennt keine einzelnen Krankheitserreger, sondern stürzt sich auf alles Körperfremde. Das ist wichtig, um bereits direkt nach der Geburt einen gewissen Schutz zu bieten und um im weiteren Leben auf unbekannte Erreger reagieren zu können.

Zuständig dafür sind bestimmte weiße Blutkörperchen – sie nehmen als Makrophagen, also „Fresszellen“, Bakterien in sich auf, entsorgen Abfallprodukte und spüren mit Viren befallene Zellen auf, die dann das gleiche Schicksal erleiden. Auch gefährlich veränderte eigene Zellen werden erkannt und ausgeschaltet. So ist das Immunsystem auch unsere wirksamste Waffe im Kampf gegen Krebs.

3. Spezifische Abwehr

Wesentlich zielgerichteter arbeitet die spezifische Immunabwehr. Wenn die Immunzellen dieses spezifischen Immunsystems einen Gegner ausgemacht haben, stellen sie individuell angepasste Antikörper her. Dazu gehören unter anderem T-Lymphozyten und B-Lymphozyten, speziell angepasste weiße Blutkörperchen, die zu den Infektionserregern passen wie ein Schlüssel zu seinem Schloss.

Der mehrstufige Prozess dauert beim „Erstkontakt“ mit einem neuen Erreger einige Zeit. Dafür erfolgt die Immunantwort beim zweiten Aufeinandertreffen mit dem gleichen Bakterium oder Virus umso schneller und heftiger. Das ist auch der Grund, warum uns trotz Immunreaktion immer wieder Erkältungen lahmlegen können. Diese Virentypen verändern sich laufend, es gibt tausende Varianten. Und jedes Mal, wenn uns eine neue Variante angreift, braucht unser Immunsystem eine Weile, um passende Antikörper herzustellen.

Für diese feinste Stufe der Immunantwort ist unsere Darmflora entscheidend. Denn rund 80 Prozent aller Zellen, die Antikörper produzieren, befinden sich in der Schleimhaut des Darms.

Trainingslager im Darm

Das Immunsystem kann zwischen ‚eigen‘ und ‚fremd‘, also quasi zwischen ‚Freund‘ und ‚Feind‘, unterscheiden. Dafür prüft es ständig die chemischen Markierungen an den Oberflächen von Viren, Bakterien, Zellen und Gebilden mit Oberflächenstrukturen wie Pollen. Auf diese Weise erkennt es, ob es sich um unbekannte Zellen und Substanzen oder um körpereigene Strukturen bzw. unschädliche Stoffe handelt. Entscheidend für die Erlangung dieser Unterscheidungsfähigkeit ist die Darmflora.

Die Darmwände werden von Milliarden von Bakterien besiedelt und halten für die Immunzellen ein riesiges Reservoir an Informationen bereit. Mithilfe dieser Informationen lernt das Immunsystem, zwischen Freund und Feind zu unterscheiden. So wird verhindert, dass das Immunsystem den eigenen Körper angreift. Bei allergischen Reaktionen z. B. ist diese Fähigkeit gestört. Der Organismus reagiert im Übermaß auf an sich unschädliche Stoffe.

Wie stärke ich mein Immunsystem?

Regelmäßige Wechselduschen sorgen für eine optimale Durchblutung der Nasen- und Rachenschleimhaut. Sport und Bewegung helfen ebenfalls bei der Infektabwehr: Er fördert das Abwehrsystem durch die Bildung von Immunzellen. Täglich zwei Liter trinken hält die Schleimhäute feucht, Viren und Bakterien nisten sich nicht so schnell ein. Und: Täglich eine Tasse Ingwertee trinken. Der wirkt antibakteriell und heizt der Abwehr richtig ein.

Die wichtigste Rolle für eine starke Immunabwehr spielt jedoch die Ernährung. Ganz oben auf dem Ernährungsplan sollten neben Vollkornprodukten, pflanzlichen Ölen und Nüssen vor allem Obst und Gemüse stehen. Diese Lebensmittel sind nicht nur lecker, sondern enthalten darüber hinaus wichtige Vitamine, Spurenelemente und sekundäre Pflanzenstoffe. Je bunter die Mischung, desto besser. Denn rotes, grünes sowie gelbes Obst und Gemüse liefert jeweils ganz eigene Nährstoffe, die der menschliche Körper für eine starke Abwehr braucht.

Zusätzlich können auch homöopathische Mittel helfen, eine ermattete Abwehr wieder fit zu machen. Ihr Apotheker berät Sie gerne. Haben Sie keine Stammapotheke erleichtert Ihnen der folgende Link die Suche nach einer Apotheke in Ihrer Nähe: www.dhu-globuli.de/service/apothekenfinder.

6 weitere überraschende Abwehr-Booster

Optimisten leben länger. Eine US-Studie hat ergeben: Optimistische Frauen leben bis zu einem Jahrzehnt länger, als ihre eher traurig und pessimistisch eingestellten Geschlechtsgenossinnen. Sie wiesen nach, dass schon kleine Freuden zur Ausschüttung von Glückshormonen führen, was die Abwehr stärkt und vor Krankheiten schützt.

Saunagänge härten ab. Schon unsere Großmütter kannten die abhärtende Wirkung von Saunagängen. Neue Untersuchungen zeigen: Entscheidend ist dabei der Gang ins Tauchbecken. Vor allem der wiederholte Kältereiz regt die Durchblutung an und sorgt so dafür, dass mehr Immunzellen zu den Schleimhäuten gelangen, die permanent Attacken von Viren und Bakterien ausgesetzt sind.

Stress kann auch die Abwehr fördern. Nicht immer muss Stress nur schlecht sein. Ein kleiner Adrenalinschub von Zeit zu Zeit bringt das Immunsystem in Fahrt. Schädlich wird es erst, wenn die Hektik kein Ende nimmt. Denn schwimmen die aufputschenden Hormone wie Adrenalin und Cortisol dauerhaft im Blut, überfordern sie die Abwehr und setzen sie irgendwann matt. Wichtig ist daher als Gegenpart gezielte Entspannung. Egal, ob mit einem Bad, Yoga, Lesen oder Musik.

Küssen ist wie eine Mini-Impfung. Durch den gegenseitigen Austausch von Viren und Bakterien in geringen Dosen ist jeder Kuss wie eine kleine Schluckimpfung. Der Körper lernt so immer wieder neue Krankheitserreger kennen und kann sich besser wehren. Außerdem werden beim Küssen Botenstoffe freigesetzt, die zur Entspannung beitragen und das Immunsystem anregen.

Hunde schützen Kinder vor Allergien. Forscher am Helmholtz-Zentrum in München wiesen nach: Kinder, die mit einem Hund als Haustier aufwachsen, leiden nur halb so oft an Allergien, wie ihre Altersgenossen ohne Hund. Jetzt wollen sie herauszufinden, welche Substanzen der Vierbeiner genau das Allergierisiko senken.

Gesunder Schlaf regeneriert den ganzen Körper. Während des Schlafs bildet der Körper neue Immunzellen, die die von Viren und Bakterien angerichteten Schäden reparieren. Deshalb schüttet der Körper während eines Infekts Stoffe aus, die müde machen. So kann das Immunsystem die Krankheitserreger besser bekämpfen. US-Forscher um Sheldon Cohen von der Carnegie-Mellon-Universität in Pittsburgh konnten belegen: Wer weniger als sieben Stunden schläft, hat ein deutlich erhöhtes Erkältungsrisiko.

Quellen:

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