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Der Mensch braucht Bewegung

April 11, 2018

Der menschliche Bewegungsapparat ist ein Wunderwerk biologischer und mechanischer Funktionalität. Verschleißerscheinungen kann er bis ins hohe Alter kompensieren, wenn seine Regenerationsfähigkeit unterstützt wird.

 

Alles passt zusammen

Das Skelett ist das Grundgerüst des Menschen und besteht aus über 200 Knochen. Es verleiht dem Körper Stabilität, bietet den Muskeln und Sehnen Ansatzpunkte zur Kraftentfaltung und schützt sensible Organe wie z. B. Herz, Lunge oder auch Gehirn und Rückenmark vor äußeren Einflüssen. Die einzelnen Knochen sind hart und stabil, aber dennoch ist das Gerüst nicht starr, denn Gelenke unterschiedlichster Art ermöglichen differenzierte Bewegungen in alle Richtungen. Durch das geniale Zusammenspiel von Knochen, Knorpeln, Gelenken, Muskeln, Bändern und Sehnen kann der Mensch gehen, laufen, rennen, zugreifen, tragen und den Kopf drehen. Eingebettet ist das sogenannte muskulo-skelettale System in das fasziale Bindegewebe. Das wiederum hält wie ein Korsett aus feinem Maschenwerk alles zusammen und lässt die einzelnen Komponenten wie Muskeln, Sehnen und Knochen gegeneinander gleiten.

Verschleiß ist ein natürlicher Prozess

Gelenkverschleiß (Arthrose) wird in Deutschland sehr häufig z. B. anhand von Röntgenaufnahmen diagnostiziert. Doch zur Erkrankung kommt es erst, wenn Symptome wie Schmerz und Bewegungseinschränkung auftreten. Das ist bei etwa 10% der Menschen zwischen 50 und 70 Jahren der Fall. Erste Abnutzungserscheinungen der Gelenke zeigen sich bereits im Alter um die 30 Jahre. Wer einmal in ganz ruhiger Umgebung seinen Kopf in alle Richtungen bewegt, wird es meist sehr leicht knirschen oder knacken hören. Der Verschleiß ist nach Meinung von Experten aber keine Krankheit, sondern ein ganz natürlicher Prozess. Deshalb bedeutet die Diagnose “Arthrose” an sich erst einmal nichts Schlimmes. Denn selbst ausgeprägte Verschleißerscheinungen kann der Bewegungsapparat bis ins hohe Alter kompensieren, wenn seine Regenerationsfähigkeit unterstützt wird. Manchmal sind Betroffene erstaunt, wenn sie ihre Röntgenbilder mit deutlichen Veränderungen sehen, aber fast keine Symptome haben. Erst wenn Schmerzen auftreten, die zur Qual werden, wird die Arthrose zu einer Krankheit. Treten die ersten Beschwerden auf, helfen sich viele Betroffene zunächst einmal selbst, zumeist mit Schmerzmitteln. Der Gang zum Arzt sollte bei unklaren Schmerzen grundsätzlich immer erfolgen.

Unterschiedlichste Ursachen für Arthrose

Geht man den Ursachen jetzt nicht auf den Grund und leitet Maßnahmen ein, die den Prozess stoppen oder sogar verbessern, schreitet die Degeneration des Knorpels voran. Der Knorpel braucht die regelmäßige Bewegung, um elastisch zu bleiben. Fällt sie weg, kann der Knorpel keine Nährstoffe aufnehmen und Stoffwechselprodukte abbauen. Kommt Übergewicht hinzu, kann sich die Lage weiter verschlechtern. Die Unterversorgung des Knorpels führt dazu, dass er spröde und porös wird. Der pH-Wert im Gelenk ändert sich, was eine Übersäuerung nach sich zieht. Es bilden sich Entzündungen und Gelenkergüsse. Am Ende dieses Kreislaufs droht die komplette Zerstörung des Knorpels.

Dem Schmerz ganzheitlich begegnen

Beim Gelenkschmerz kommen neben systemisch wirkenden auch lokal anzuwendende Medikamente zum Einsatz. Auch Mittel auf natürlicher Basis wie homöopathische Arzneimittel können in Frage kommen und sind in der Regel nebenwirkungsarm, was besonders bei langfristiger Einnahme wichtig ist. Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker!

Der Arthrose davon laufen

Prävention im Sinne der Verbesserung der Ernährungssituation im Gelenk bietet moderater und regelmäßiger Sport. Untersuchungen zeigen, dass der Knorpelzustand bei Läufern besser ist als bei der Vergleichsbevölkerung. Auch sanfte Bewegungsformen wie Yoga oder Tai-Chi sind positiv zu bewerten, weil sie die Beweglichkeit verbessern. Und eine Ernährungsberatung gehört bei einer Arthrose-Behandlung immer mit dazu. Entzündungsfördernde Elemente wie etwa übermäßiger Fleischkonsum oder zu viele gesättigte Fettsäuren in der Ernährung sollte man ganz zurückfahren. Heute wird auch eine spezielle “Gelenk-Ernährung” angeboten.

 

Literatur: Dr. med. Martin Marianowicz, Facharzt für Orthopädie, Chirotherapie und Sportmedizin, “Arthrose selbst heilen” (22,99 Euro, Gräfe und Unzer Verlag)

Frank Schmelcher, Physiotherapeut, “Trainingsbuch Thera-Band” (9,99 Euro, Rowohlt Taschenbuch Verlag)

 

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