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Detox und Ausleitung

Februar 11, 2019

Immer wieder hört und liest man von Detox und Ausleitung. Was steckt eigentlich dahinter? Welche Organe werden darin einbezogen? Welche Rolle spielt das Bindegewebe? Welche Rolle die Naturmedizin? Wir geben Antworten dazu.

Funktion der Leber

Wer „Entgiftung“ hört, denkt wahrscheinlich sofort an die Leber als größtes Entgiftungsorgan. Sie spielt beim Thema „Detox“ tatsächlich eine Hauptrolle. Auch für den Stoffwechsel ist die Leber überaus wichtig. Sie sammelt über die sogenannte Pfortader alle Nährstoffe, die über das Blut aus dem Darm aufgenommen wurden. Sie kann Glukose, Fett, Aminosäuren und Vitamine speichern und abgeben. Zusätzlich stellt sie wichtige Proteine her z.B. für die Blutgerinnung oder auch das körpereigene Cholesterin für die Gallenflüssigkeit (1 Liter pro Tag wird produziert).

Jeder hat auch schon einmal gehört, dass man bei Leberfunktionsstörungen bestimmte Medikamente nicht oder nur Dosis-vermindert geben kann. Die Leber ist also auch der Ort, wo chemische Substanzen umgewandelt, quasi entgiftet, werden. So fällt z.B. beim Abbau von Eiweißen giftiges Ammoniak an, das die Leber in ungiftigen Harnstoff umwandelt. Auch der Alkoholabbau geschieht in der Leber. Und schließlich filtert sie alte oder defekte Zellen aus dem Blut.

Leber bei Detox und Ausleitung unterstützen

Es macht Sinn, die Leber als zentrales Entgiftungsorgan in ihrer Funktion zu unterstützen. Damit entlastet man nicht nur das Organ, sondern verbessert oft auch die Funktion des gesamten Organismus. Regel Nummer eins ist, Stoffe, die die Leber besonders belasten, weg zu lassen bzw. zu reduzieren. Das sind Alkohol, zu viele gesättigte Fettsäuren („schlechte“ Fette) und Zucker, viele Medikamente (z.B. bei der Selbstmedikation immer Apotheker fragen wegen Leberbelastung bzw. Alternativen) aber auch Rauchen, Bewegungsmangel und Übergewicht. Wer es nicht schafft, diese Stoffe kontinuierlich weg zu lassen bzw. zu reduzieren, sollte zumindest zweimal im Jahr für 4 Wochen Kur-mäßig seine Ernährung bzw. Lebensweise umstellen (s.u.).

Die Naturmedizin hat zusätzlich eine breite Palette von pflanzlichen Mitteln parat, die eine „Leberreinigung“ anregen. Bitterstoffe können etwa die Produktion von Gallensaft fördern. Dazu können Heilpflanzen wie Mariendistel, Löwenzahn und Schöllkraut eingesetzt werden. Auch bestimmte homöopathische Arzneimittel können zur Verbesserung der Leberfunktion bzw. Entgiftung eingesetzt werden. Das sind meist ebenso Heilpflanzen, die allerdings gemäß der homöopathischen Herstellungsweise entsprechend potenziert, also in einer bestimmten Art verdünnt wurden. Bitte fragen Sie Ihren Apotheker.

Detox und Ausleitung mit Ernährung

 Wie schon bei dem Abschnitt zur Leber beschrieben, ist eine nicht belastende Ernährung ein wichtiger Baustein für die Entgiftung. So werden Belastungen von Anfang an vermieden. Eine solche leichte und fettarme Ernährung sieht wie folgt aus:

  • Gemüse und Obst sollten der Hauptanteil der Ernährung sein, regional, frisch und unbehandelt
  • Fleischkonsum auf zweimal pro Woche reduzieren, auf fettarmes, biologisch produzierte Fleisch achten
  • Industriell verarbeitete Lebensmittel und Fastfood so weit wie möglich reduzieren
  • Die Leber besonders belastende Stoffe wie Zucker oder Fette so weit wie möglich reduzieren
  • Potenziell belastende Stoffe wie Weißmehl, Gluten oder Milchprodukte so weit wie möglich reduzieren (hier sollte jeder selbst testen, ob z.B. sogar Unverträglichkeiten vorliegen)
  • Rauchen unbedingt einstellen (auch keine Alternativen zur Inhalation wählen)
  • Auf eine große Trinkmenge achten, mindestens zwei Liter stilles Wasser oder Kräutertee über den Tag verteilt trinken, das unterstützt auch die Funktion der Nieren und beugt Infektionen vor
  • Regelmäßig Sport treiben

Es empfiehlt sich ebenso, auch direkt etwas für einen gesunden Darm zu tun. Hier gibt es diverse Möglichkeiten, die gesunde Darmflora zu unterstützen. Damit fördert man übrigens auch das Immunsystem und beugt Infektionen vor. Die sogenannte Darmreinigung ist oft auch fester Bestandteil von Fasten- bzw. Detoxkuren. Bitte auch hier den Apotheker oder Arzt fragen.

Auch regelmäßige Bewegung unterstützt Detox und Ausleitung, einmal über die Anregung der Durchblutung, der Förderung des Stoffwechsels und der Anregung der Darmtätigkeit.

Detox und Ausleitung: Bindegewebe als Schlüsselstelle für Gesundheit

In der Naturmedizin hat das Bindegewebe eine wichtige Bedeutung für die Gesundheit. Neben der bekannten Funktion z.B. als Bänder, Sehnen oder Faszien umgibt es quasi wie ein Schwämmchen Organe, Muskeln, Adern, Nerven und sogar jede einzelne Zelle. Dieses allgegenwärtige und alle Lücken füllende Bindegewebe heißt Matrix oder auch Grundsubstanz. Es stellt quasi den Mutterboden dar, der alle Strukturen einbettet und funktioniert als eine Art „Gatekeeper“ für Zustand und Funktion der Zellen. Alle Stoffe, die von Zelle zu Zelle transportiert werden, müssen die Matrix passieren, sie ist damit ein riesiger Filter, wenn man die abgedeckte Fläche jeder einzelnen Zelle rechnet.

Von ihrer Struktur her besteht die Matrix aus einem dichten Maschenwerk von Fasern, in dem Wasser in Form aufgequollener Eiweiße, den Proteoglykanen, gespeichert ist. Die Matrix spielt in der Natur- bzw. Regulationsmedizin eine bedeutende Rolle. Denn dort findet der Stoffaustausch statt, der wiederum den Stoffwechsel beeinflusst. Je nach Zustand der Matrix können von dort viele Erkrankungen ihren Ausgang nehmen. Eine verstopfte bzw. mit Schadstoffen überlastete Matrix kann zu folgenreichen Störungen führen, da eine gesunde Zelle von einer funktionierenden gesunden Umgebung abhängig ist.

Detox-Strategien für die Matrix

Alle bisher aufgeführten Maßnahmen zur Entgiftung verbessern natürlich auch die Funktion der Matrix. Besonderes Augenmerk bei Detox und Ausleitung gilt dabei zwei Situationen:

  • Vermeidung der weiteren Belastung des Körpers mit Giftstoffen, die in der Matrix gespeichert werden
  • Versuch der Mobilisierung und Ausleitung der in der Matrix eingelagerten Schadstoffe

Vielen Schadstoffen kann man sich heute nicht mehr entziehen, Stichwort Luftverschmutzung oder Giftstoffe in der Nahrung oder auch Medikamente, die heute oft in großer Zahl eingenommen werden müssen. Man kann jedoch wie oben beschrieben darauf achten, die Aufnahme zu reduzieren bzw. zu kontrollieren. Dies ist ein ganz wesentlicher Bestandteil der Detoxstrategie, da er kontinuierlich und damit nachhaltig stattfinden kann.

Für die direkte Entgiftung der Matrix gibt es in der Naturmedizin eine Reihe von passenden Arzneimitteln. Das können sowohl bestimmte homöopathische Einzelmittel sein, als auch Kombinationsmittel, die z.B. auch die Funktion des Lymphsystems anregen. Oft werden von Therapeuten auch sogenannte Detoxkuren vorgeschlagen, die verschiedene Maßnahmen miteinander kombinieren. Hier ist es empfehlenswert, sich einen naturheilkundlich/homöopathisch arbeitenden Arzt/Heilpraktiker zu suchen, der dies anbietet. Auch in der Apotheke gibt es Experten dazu, die man befragen kann.

 

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