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Die Kraft des Darms positiv nutzen

Oktober 5, 2018

Eine gute Verdauung spielt für unser Wohlbefinden eine wichtige Rolle. Allzu oft machen Magen und Darm aber Probleme, wie jeder weiß. Grund ist, dass die Verdauung ein höchst komplexer Vorgang ist, der für Störungen verschiedenster Art angefangen von falscher Ernährung bis hin zu Stress anfällig ist. Im Darm sitzt sogar ein „eigenes kleines Gehirn“, das mit seinen 100 Millionen Nervenzellen mit allen Teilen des übrigen Körpers kommuniziert. Die „Schmetterlinge im Bauch“ oder „der Ärger, der auf den Magen schlägt“ haben dort ihren Ursprung. Wie kann man Verdauung und „Bauchgehirn“ positiv beeinflussen?

Verdauung beginnt im Magen

Zwar geht auch die Liebe durch den Magen, hauptsächlich aber ist er nach der mechanischen Zerkleinerung der Speisen im Mundraum die erste Station der Verdauung. Hauptaufgabe des Magens ist, die gespeicherte Nahrung portionsweise an den Darm weiter zu geben. Leicht Verdauliches wie Obst und Gemüse braucht dazu 1-2 Stunden, fettreiche Nahrung bis zu 8 Stunden. Im Magen wird durch das Enzym Pepsin schon begonnen, Eiweiße in kleinere Stücke zu spalten. Im sauren Millieu des Magens werden zudem Keime abgetötet. Der anschließende Darm hat eine Länge von bis zu 7 Metern und gliedert sich in verschiedene Abschnitte.

Die Funktion von Dünn- und Dickdarm

Die wichtigsten Funktionsunterschiede spielen sich zwischen Dünn- und Dickdarm ab. Im Dünndarm beginnt die weitere Verdauung und die Aufnahme der im Magen vorgespaltenen Nährstoffe. Das sind zum Beispiel Aminosäuren und freie Fettsäuren. Aufgenommen werden sie über die Darmschleimhaut direkt ins Blut. Der Fachbegriff dafür ist Resorption. Unverdauliche Substanzen und Wasser bleiben im Dünndarm zurück. Im Dickdarm dagegen wird vor allem das restliche Wasser resorbiert. Damit ist er ebenfalls ein wichtiger Regulator für den Wasserhaushalt. Zudem befinden sich im Dickdarm die meisten der Darmbakterien. Es gibt etwa 400 unterschiedliche Arten in der unvorstellbar großen Menge von 10 Billionen. Sie sind äußerst wichtig für die Immunabwehr und werden also sogenannte biologische Funktions-Einheit auch als Mikrobiom bezeichnet.

Das Mikrobiom und eine gesundheitsfördernde Eigenschaft

Die Darmflora, also das Mikrobiom, setzt sich bei jedem Menschen unterschiedlich zusammen. Das Gleichgewicht von positiven und eher destruktiven Darmbakterien ist entscheidend für die menschliche Gesundheit. Schlechte Ernährung und chemische Stoffe wie Antibiotika können das Gleichgewicht zugunsten der „bösen“ Keime zerstören und eine Besiedelung mit Pilzen fördern. Verdauungsprobleme, Unwohlsein und auch Symptome wie Abgeschlagenheit können die Folge sein. Studienergebnisse weisen gar eine wichtige Rolle bei  Erkrankungen wie Diabetes oder Depression aus. Auch eine gute psychische Stimmung  könnte u. a. auf das Mikrobiom zurückzuführen sein. Die Bakterien produzieren verschiedenste Substanzen, davon auch psychoaktive, den Glückshormonen ähnliche Stoffe, die über die Darmwand in den Blutkreislauf gelangen.

Sitzt das Glück im Darm?

Ein gesunder Darm könnte so zum persönlichen Glücksempfinden beitragen. Zumindest geht die Wissenschaft immer stärker davon aus, dass eine enge Beziehung zwischen Mikrobiom, Darmgehirn, Gehirn und persönlichem Empfinden besteht. Positiv unterstützen kann man die Darmfunktion und die angesiedelten Bakterienstämme beispielsweise durch sogenannte Prä- und Probiotika. So gibt es eine Reihe von Bakterienpräparaten, die z.B. nach einer Antibiotikabehandlung die Darmflora wieder aufbauen können. Auch in Lebensmitteln wie Joghurt oder Sauerkraut sind Mikroorganismen wie Milchsäurebakterien und Hefen enthalten. Präbiotika sind z. B. nicht verdaubare Nahrungsbestandteile wie Ballaststoffe aus Gemüse oder Vollkornprodukten, die Wachstum und Aktivität der Bakterien im Dickdarm fördern.

Homöopathie und Tipps für die Darmgesundheit

Was kann man als Erstes tun, wenn Magen und Darm Beschwerden machen? Wenn man an Bauchschmerzen, Blähungen oder Verstopfung leidet? Hier können zum Beispiel Wirkstoffe aus verschiedenen Heilpflanzen wie Fenchel, Pfefferminz, Anis oder Kümmel helfen. In Form von Tees haben sie einen positiven Effekt, sie wirken krampflösend und beruhigend. Auch Wirkstoffe einer Vielzahl homöopathischer Mittel können bei Magen-Darm-Beschwerden sanft und verträglich Linderung verschaffen. Bei leichteren Beschwerden gelingt die Auswahl anhand praktischer Ratgeber und auch die homöopathisch versierte Apotheke berät hierzu. Darüber hinaus unterstützen Arzt und Heilpraktiker, die sehr häufig Hand in Hand vorgehen. Denn generell sollten die Ursachen, nicht die Symptome, der Beschwerden behandelt werden: Es gilt die Selbstheilungskräfte des Körpers zu unterstützen, sodass der Darm wieder zu seiner gesunden Selbstregulation zurückfinden kann. Nicht zu unterschätzen ist hier auch die Wirkung von Sport oder moderater Bewegung: Sie bringt den Magen-Darm-Trakt in Schwung und fördert die Verdauung;  Verdauungsstörungen kann so aktiv vorgebeugt werden.

Die richtige Ernährung

Ein gesunder Darm hilft uns dabei, unsere Nahrung optimal zu verdauen und uns mit den wertvollen Nährstoffen zu versorgen, die wir Tag für Tag benötigen. Fundamental wichtig dafür ist es, möglichst stressfrei zu leben und sich vollwertig zu ernähren. Neben mindestens drei Portionen Gemüse und zwei Portionen Obst am Tag sollten auch Hülsenfrüchte wie Linsen, Kichererbsen und Bohnen regelmäßig auf Ihrem Speiseplan stehen. So wird der Körper reichlich mit Nährstoffen und Ballaststoffen versorgt. Daneben sollte man natürlich auch ausreichendes Trinken nicht vergessen. Rund 1,5 Liter Wasser oder andere alkoholfreie und ungesüßte Getränke am Tag sollten es schon sein. Wenn man Lebensmittel jetzt noch schonend zubereitet, Fett maßvoll einsetzen und die Nahrung langsam und bewusst zu sich nimmt, tut man der (Darm)-Gesundheit jeden Tag etwas Gutes

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