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Flugangst und Homöopathie

März 21, 2018

Fliegen bedeutet für viele Menschen Freiheit, Abenteuer und die Chance, den eigenen Horizont sprichwörtlich zu erweitern. Dennoch fühlen sich nur etwa ein Drittel aller Deutschen an Bord eines Flugzeuges wohl. Flugangst ist also ein Thema, das viele Menschen beschäftigt. Doch was kann man dagegen unternehmen?

Individuelle Flugangst

Unter dem Oberbegriff Flugangst werden verschiedene Ängste im Zusammenhang mit dem Reisen in Flugzeugen zusammengefasst. Die Angst vor einem möglichen Absturz muss dabei nicht zwangsläufig die zentrale Rolle spielen. So kann der Betroffene auch zum Beispiel eine spezielle Art der Platz- oder Höhenangst haben, an Bord unter Kontrollverlust leiden oder Ängste vor einer Entführung oder einem Terroranschlag in sich tragen. Auch Turbulenzen, von denen in der kommerziellen Luftfahrt heutzutage nur eine sehr geringe Gefahr ausgeht, sind oft Grund für Flugangst.

Unterschiedliche Auslöser

Genauso unterschiedlich wie die Ängste selbst sind, genauso unterschiedlich sind die Auslöser und die Symptome, welche durch Aviophobie, wie die Flugangst auch genannt wird, hervorgerufen werden. Während manche Betroffene ein reales negatives Flugerlebnis, wie eine harte Landung oder ungewöhnlich starke Turbulenzen, als Auslöser nennen, fehlen solche Faktoren bei anderen komplett. Hier kann zum Beispiel die generelle Anfälligkeit mancher Menschen für Phobien diese spezielle Ausprägung verursachen.

Viele Symptome

Typische Symptome bei Flugangst reichen von weichen Knien oder schwitzigen Händen über eine erhöhte Herzfrequenz, Schwindelgefühle oder Bauchschmerzen bis hin zu Atemnot, starken Kopfschmerzen (Migräne), Übelkeit und Erbrechen. Neben körperlichen treten häufig auch psychische Symptome auf. Negative Gedanken, in denen vielfach Katastrophenszenarien durchlebt werden, verstärken die Angst vor dem Fliegen und die körperlichen Symptome noch weiter, was wiederum als Bedrohung erlebt wird. Diese Spirale setzt sich weiter fort, so dass Betroffene am Ende Flugreisen generell vermeiden und auf andere Verkehrsmittel umsteigen.

Coaching und Seminare

Fluggesellschaften, die aus rein wirtschaftlichem Interesse der Flugangst begegnen möchten, bieten bereits seit vielen Jahren ein großes Angebot an Beratung und Coaching. Auch viele Arbeitgeber, deren Mitarbeiter regelmäßig auf das Verkehrsmittel Flugzeug angewiesen sind, unterstützen Betroffene auf Nachfrage. Flugangstseminare setzen oft auf eine zweigeteilte Strategie: in einem theoretischen Teil werden neben einer psychologischen Erkundung der Teilnehmer auch Grundlagen der Physik und Technik des Fliegens behandelt. Der mittlerweile fast immer eingeschlossene praktische Teil reicht von einer Besichtigung eines Flugzeuges in Begleitung eines Piloten bis hin zu einem begleiteten Mitflug an Bord eines Linienfluges.

Verschiedene verhaltenstherapeutische Maßnahmen versuchen, die Flugangst auslösenden Mechanismen des Betroffenen zu identifizieren und eine langfristige Veränderung der Denk-, Erlebens- und Verhaltensmuster zu erreichen. Der Betroffene wird angeleitet, diese neuen Verhaltensmuster sowohl im therapeutischen Umfeld als auch im Alltag aktiv zu erproben. Auch der gezielte Einsatz von Entspannungstechniken kann helfen, Flugangst zu bekämpfen.

 

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