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Gleichgewicht: So stärken Sie Ihre Balance

April 10, 2018

Gleichgewicht halten zu können ist Voraussetzung für jede Bewegung. Doch man kann es auch gezielt trainieren. Zum Beispiel, um den Alltag noch leichter zu bewältigen oder beim Sport erfolgreich zu sein. Der Gleichgewichtsimpuls wirkt positiv auf die gesamte Körperspannung, das Muskelspiel und die eigene Wahrnehmung. Auch psychisch ist Gleichgewicht ein erstrebenswertes Ideal. Wer mit beiden Beinen auf der Erde steht und in seiner “inneren Mitte” ruht, lässt sich durch die Stürme des Lebens nicht so leicht umblasen, kurzum: gilt als ausgeglichen.

 

Wie unser Gleichgewicht entsteht

Zurück zum physischen Gleichgewicht. Der Ursprung der körperlichen Mitte sitzt im Innenohr. Das menschliche Gleichgewichtsorgan befindet sich direkt neben dem Hörorgan. In Teamwork mit dem Sehsinn ermöglicht es uns die Orientierung im Raum. Dank des Gleichgewichtssinns können wir aufrecht stehen und gehen, ohne umzufallen. Und nicht nur das: ohne das winzige Organ im Innenohr könnten wir beispielsweise den Kopf nicht schnell drehen, ohne dabei die Orientierung zu verlieren und womöglich zu stürzen. Unser Gehirn empfängt eine Vielzahl von Signalen aus den Sinneszellen und setzt daraus ein Bild über die Lage des Körpers zusammen. Auf dieser Basis steuert es unsere Bewegungen. Verlagern wir das Gewicht von einem Bein auf das andere, leitet unser Gehirn unwillkürlich eine Gegenbewegung ein, damit wir nicht den Halt verlieren.

Was heißt Gleichgewicht halten?

Das Gleichgewicht zu halten, ist keine starre Angelegenheit. Im Gegenteil, unser Körper befindet sich dabei in ständiger Bewegung. Kleine Muskeln stimmen Bewegungsabläufe harmonisch aufeinander ab und sorgen für Körperspannung. Sind sie gut trainiert, gelingt zum Beispiel der Einbeinstand mit minimalen Ausgleichsbewegungen. Ist das nicht der Fall, rudern wir wild mit den Armen oder schwanken und wanken. Der Schlüssel für ein stabiles Gleichgewicht liegt in unserer Tiefenmuskulatur. Sie befindet sich in tieferliegenden Anteilen der Bauch- und Rückenmuskulatur, im Beckenboden sowie teilweise auch in der Beinmuskulatur. Wir können sie nicht willentlich anspannen, doch ihre Arbeit beginnt bereits vor der eigentlichen Bewegung. Die tiefe Muskelschicht bereitet den Körper auf die Bewegung vor und stabilisiert ihn gleichzeitig.

Vorteile einer trainierten Tiefenmuskulatur

Was uns im Alltag vor bösen Folgen wie Stürzen bewahrt, ist auch im Sport und in der Physiotherapie von Interesse. Denn ein guter Gleichgewichtssinn ist ein echter Gewinn, der es uns erleichtert, bis ins hohe Alter aktiv zu bleiben. Er senkt die Verletzungsgefahr und wirkt sich positiv auf unsere Körperhaltung aus. Auch unsere Koordinationsfähigkeit und Feinmotorik werden gesteigert. Trainieren lässt sich die Tiefenmuskulatur allerdings nur indirekt.

Tipps für ein besseres Gleichgewicht

Befinden wir uns auf unebenem Untergrund, aktiviert unser Körper automatisch das Team der Tiefenmuskulatur. Gezielt funktioniert das durch Übungen mit eingebautem Wackeleffekt, auch genannt “sensomotorisches Training”. Auf einem Therapiekreisel zum Beispiel muss der Körper ständig austarieren, um in Balance zu bleiben. Dabei leisten die Muskeln viel mehr Stabilisationsarbeit als bei normalen Kraftübungen. Pilates und Yoga beinhalten ebenfalls Übungen, die die tiefliegenden Muskeln und den Gleichgewichtssinn ansprechen. Einfache Balance-Übungen lassen sich problemlos in den Alltag integrieren. Versuchen Sie beispielsweise beim Zähneputzen nur auf einem Bein zu stehen. Oder stellen Sie sich beim Bügeln oder Telefonieren auf eine flexible Unterlage, etwa ein Kissen oder ein zusammengerolltes Handtuch. Damit schulen Sie Ihr Gleichgewicht ganz nebenbei.

Testen Sie Ihren Gleichgewichtssinn

Wie gut ist Ihr Gleichgewichtssinn ausgeprägt? Das verrät Ihnen ein einfacher Test. Stellen Sie sich einmal auf ein Bein, ohne sich festzuhalten. Klappt das eine Weile ganz gut, dann zählen Sie bereits zu den Fortgeschrittenen beim Balanceakt. Eine Steigerungs- und Trainingsmöglichkeit wäre, den Kopf dabei nach rechts und links zu drehen oder die Augen zu schließen. Keine Sorge: Auch wenn Ihnen die Balance-Übungen am Anfang schwer fallen, lohnt sich der Einsatz. Das Gute am Gleichgewichtstraining ist nämlich, dass Sie innerhalb kurzer Zeit spürbare Verbesserungen erreichen.

Leider gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten, das komplexe Zusammenspiel von Kognition (Sinneswahrnehmung), Sensorik (Verarbeitung der Sinneswahrnehmung) und Motorik (muskuläre Steuerung) zu stören. Unliebsame Folge dieser Störung ist der Schwindel, den es in vielen unterschiedlichen Varianten gibt. Wer darunter leidet, muss unbedingt zum Arzt, um die Ursachen abzuklären. Die können z. B. durchblutungsbedingt sein, von einem gestörten Stoffwechsel kommen, der Ernährung geschuldet sein oder von Arzneimitteln stammen. Das alles gilt es abzuklären. In vielen Fällen bleibt die gezielte Suche allerdings ergebnislos, dann erfolgt eine symptomatische Therapie. Auch die Homöopathie spielt hierbei eine wichtige Rolle. Auskunft geben Arzt und Apotheker.

 

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