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Hilfe bei Kopfschmerzen

März 26, 2019

Kopfschmerzen sind ungemein häufig, treten in vielfältigen Varianten auf und haben sehr unterschiedliche Ursachen. Das macht klar, dass Kopfschmerz unbedingt der ärztlichen Abklärung bedarf und, dass es viele Möglichkeiten der Behandlung gibt. Natürliche Unterstützung mit homöopathischen Arzneimitteln und allgemeinen Maßnahmen wie Bewegung oder Entspannung kann dabei eine wichtige Rolle spielen.

Was sind Kopfschmerzen? 

Ein Stechen hinter den Augen, ein dumpfer Druck im Schädel, ein hämmernder Schmerz bei Bewegung, fast jeder Mensch hatte schon einmal Kopfschmerzen. In Deutschland leiden etwa 40 Prozent der Erwachsenen gelegentlich an Kopfschmerzen, 10 Prozent an Migräne. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Obwohl der Schmerz im Kopf empfunden wird, liegt dort meist nicht seine Ursache. Vielmehr können im Gehirn eine Vielzahl von Störungen wie verspannte Muskeln, Hormonschwankungen, Stress oder bestimmte Krankheitsbilder die Schmerzwahrnehmung triggern also fördern, quasi als Warnsignal, dass etwas nicht stimmt.

Anders ist es bei der Migräne. Hier spielen auch die Gene eine Rolle und führen zu familiären Häufungen der Migräne. Die andere Ursache ist ein Ungleichgewicht von Botenstoffen wie Serotonin, Noradrenalin und CGRP (Calcitonin-Gene-Related-Peptide). Die Stoffe haben Einfluss auf die Schmerzempfindlichkeit von Blutgefäßen im Kopf und können so eine Migräne begünstigen. Hinzu kommt eine Dauerentzündung kleiner Blutgefäße im Gehirn und eine reduzierte Schmerzhemmung im Hirnstamm.

Wie bei „normalen“ Kopfschmerzen sind auch bei der Migräne viele Trigger bekannt. Dazu zählen Hormonschwankungen bei Frauen z.B. vor der Menstruation, Schlafstörungen und Veränderungen des Schlaf-Wach-Rhythmus, jede Form von Stress, Lärm, bestimmte Nahrungsmittel, Gerüche, Temperaturen (Kälte) oder auch optische Reize.

Ebenso vielfältig wie die Auslöser und Ursachen sind die verschiedenen Arten des Kopfschmerzes: Die renommierte Internationale Kopfschmerz Gesellschaft (International Headache Society, IHS) unterscheidet über 200 Typen von Kopfschmerz.

Welche Arten von Kopfschmerzen gibt es?

Die Medizin unterscheidet grundsätzlich zwischen primären und sekundären Kopfschmerzen. Der Unterschied ist ganz einfach, bei primären Kopfschmerzen findet man keine zugrunde liegende Erkrankung. Deswegen werden sie auch „idiopathisch“ (heißt übersetzt „eigenes Leiden“) genannt. Bei den sekundären Kopfschmerzen kann man eine ursächliche Erkrankung finden.

Zu den primären Kopfschmerzen, die ohne in Verbindung mit einem anderen Krankheitsbild stehen, zählen Migräne, Spannungs- oder Clusterkopfschmerzen. Spannungs­kopfschmerzen sind die häufigste Kopfschmerzart. Sie führen zu einem schmerzhaften Spannungs- oder Druckgefühl im Stirn- oder gesamten Schädelbereich. Die Schmerzen sind leicht bis mittelschwer. Als Clusterkopfschmerz bezeichnet man starke, einseitige Attacken von Kopf- und Gesichtsschmerz. Der Name „Cluster“ (heißt übersetzt „Ballung“) verweist auf das häufige, über mehrere Wochen verteilte Auftreten der Schmerzen. Sekundäre Kopfschmerzen werden durch bestimmte Krankheitsbilder verursacht. Auslöser können zum Beispiel Infektionen oder Verletzungen des Kopfes, Erkrankungen der Halswirbelsäule, Medikamente, Nervenschäden oder Erkrankungen an Augen, Ohren oder Nase sein. Die Schmerzen können bei sekundären Kopfschmerzen je nach Ursache in Form und Intensität stark variieren.

Bei Kopfschmerzen, die das erste Mal auftreten, öfter kommen, besonders stark sind, sich häufen oder verändern oder auch mir anderen körperlichen Erscheinungen wie Sehstörungen oder Taubheitsgefühl in Verbindung stehen, sollte man immer zu Arzt gehen.

 Migräne oder Kopfschmerz?

 Neben dem Spannungskopfschmerz ist die Migräne eines der häufigsten Krank­heits­bilder. Oft erkranken Betroffene bereits im Kindes- oder Jugendalter. Die Migräne unterscheidet sich von anderen Kopfschmerzen durch starke Schmerz­attacken. Der Schmerz beschränkt sich auf eine Kopfseite, pulsiert und wird durch körperliche Aktivität verstärkt. Hinzu kommen Licht- und Geräusch­empfindlichkeit sowie Übelkeit. Betroffene sind in ihrem Alltag erheblich eingeschränkt und müssen strikte Ruhe halten, um den Schmerz nicht zu verstärken. Bei etwa 20 Prozent der Migräne-Patienten kündigt sich eine Attacke durch die sogenannte „Aura“ an. Dabei treten beispielsweise Sehstörungen, Lichtblitze und Taubheitsgefühle auf. Diese Symptome können fünf bis 60 Minuten anhalten, bevor die Migräne eintritt. Wer herausfinden möchte, ob er von Migräne betroffen ist, kann dies zum Beispiel mit dem Online-Selbsttest des renommierten Kopfschmerzexperten Prof. Hartmut Göbel tun. Auf jeden Fall gilt: mit wiederkehrenden Kopfschmerzen immer zu Arzt gehen.

Was hilft bei Kopfschmerzen?

 Die Medizin kann heute sehr präzise die verschiede­nen Schmerztypen diagnostizieren und behandeln. Kopfschmerzexperten können den Betroffenen durch ausführliche Patientengespräche und anschließende Unter­suchungen effektiv helfen. Hilfreich bei der Diagnose sind zudem Kopfschmerz-Tage­bücher: Patienten notieren darin eine Zeit lang die Art und Intensität des Schmerzes. Vorlagen für diese Tagebücher gibt es auch im Internet.

Bei Migräne, Spannungs- und Clusterkopfschmerzen können bestimmte Medikamenten sowie Schmerzmitteln helfen. Wichtig ist, den Dosierungsanweisungen des Arztes genau zu folgen. Wann also z.B. mit Einnahme zu beginnen ist und wie lange sein darf. Bestimmte Schmerzmittel sollten z.B. nicht öfter als an zehn Tagen im Monat einge­nommen werden.

Bei häufiger auftretenden oder gar chronischen Kopfschmerzen dürfen Patienten nicht eigenständig Schmerzmittel einnehmen. Hier gilt, zunächst zum Arzt und die Ursachen abklären lassen. Die dauerhafte Einnahme von Medikamenten kann Nebenwirkungen haben und letztlich zur Abhängigkeit führen.

Bei vereinzelten schwachen bis mäßig starken Kopfschmerzen können sich Betroffene mit einer pflanzlichen beziehungsweise homöopathischen Behandlung sanft und natürlich selbst helfen. Hierzu bitte in der Apotheke nachfragen.

Um die Therapie mit Medikamenten zu reduzieren oder aber wirksam zu ergänzen, werden Entspannungsübungen empfohlen. So lassen sich z.B. Muskelverspannungen lösen oder Stress abbauen. Es eignen sich zum Beispiel die progressive Muskelentspannung oder autogenes Training. Moderate Bewegung durch Yoga oder Qi Gong kann den Patienten ebenso helfen wie Ausdauersport. Pfeffer­minzöl wirkt auf die Schläfen und den Nacken aufgetragen kühlend und kann so die Schmerzen lindern. Als Hausmittel gegen Kopfschmerzen helfen ebenfalls kühlende oder wärmende Umschläge auf Stirn und Nacken. Betroffenen müssen ausprobieren, ob ihnen Wärme oder eher Kälte hilft.

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