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Hilfe bei Menstruationsbeschwerden

Januar 2, 2019

Über 8 Millionen Frauen leiden hochgerechnet an 30-40 Tagen im Jahr unter Menstruationsbeschwerden.  Führendes Symptom sind Schmerzen mit Krämpfen, oft kommen Kreislaufstörungen, Kopfschmerzen oder Übelkeit hinzu. Fast 90% der betroffenen Frauen greifen regelmäßig zu Schmerzmitteln, um einigermaßen normal Schule, Beruf, Haushalt und Alltag meistern zu können. Welche Vorgänge laufen bei der Menstruation im Körper ab und wie können dabei insbesondere Schmerzen entstehen? Kann man die Beschwerden mit Hausmitteln oder Medikamenten aus dem natürlichen Bereich erfolgreich lindern?

Menstruation und Beschwerden

Der Fachbegriff für Menstruationsbeschwerden ist Dysmenorrhö. Der Arztbesuch ist immer angezeigt, wenn die Beschwerden das erste Mal auftreten, also bei jungen Mädchen. Aber auch, wenn die Schmerzen z.B. bei älteren Frauen heftiger werden oder gar nach der Menopause neu auftreten. Dann muss die Ursache abgeklärt werden.

Die Regel oder Menstruation ist ein natürlicher Vorgang und Teil des sogenannten Menstruationszyklus. Dabei wird der weibliche Organismus auf eine Schwangerschaft vorbereitet. Tritt diese nicht ein, wird die im Inneren der Gebärmutter aufgebaute Schleimhaut, die sich zur Einnistung einer befruchteten Eizelle gebildet hatte, wieder abgestoßen. Dazu zieht sich die Muskulatur der Gebärmutter, Fachbegriff Uterus, krampfartig zusammen. Die damit verbundene Unterbrechung der Blutzufuhr verursacht die Schmerzen. 50 – 80 ml Blut werden bei der Menstruation ausgeschieden.

Gesteuert wird der Zyklus von verschiedenen Hormonen, die in der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) und dem Hirnteil Hypothalamus (sitzt direkt über der Hypophyse) gebildet werden. Der Zyklus beginnt mit dem ersten Tag der Menstruation und endet am Tag vor der nächsten Blutung. Die Länge des Zyklus schwankt zwischen 23 und 35 Tagen.

Vielen Frauen verursacht die monatliche Regelblutung Menstruationsbeschwerden. Während manche nur leichte Schmerzen empfinden und in ihrem Alltag kaum eingeschränkt sind, leiden andere unter starken Krämpfen und Schmerzen, die oft in den Rücken ausstrahlen. Stimmungsschwankungen, Übelkeit, Kopfschmerzen oder Kreislaufprobleme können hinzukommen. Neben der Zyklus-bedingten Auslösung der Dysmenorrhö scheinen auch andere Faktoren wie Stress und Anspannung die Beschwerden zu fördern. Vielen Frauen z.B. in Ausbildung und Beruf, die zudem oft die Familie managen, ist gar nicht bewusst, dass sie auf einem permanent hohen Stresslevel leben. Neben der körperlichen Situation sollte bei der ärztlichen Untersuchung der Menstruationsbeschwerden deshalb immer auch die Lebenssituation einbezogen und mögliche Ursachen durch Stress abgeklärt werden.

Die schmerzhafte Regel – primäre und sekundäre Dysmenorrhö

Bis zu 90% aller Frauen leiden unter Menstruationsschmerzen, 10% sogar so stark, dass sie ihrer Ausbildung, ihrer Arbeit oder ihrem Alltag nicht nachgehen können. Hierbei wird zwischen den sogenannten primären und sekundären Regelschmerzen unterschieden: Die erste Form tritt kurz vor oder bei der Regelblutung ein und hält etwa zwei bis drei Tage an. Die Dysmenorrhö ist keine Krankheit, sondern ein Symptom, das bei vielen Frauen sehr stark ausgeprägt ist. Dennoch kann der Leidensdruck natürlich sehr stark sein, sodass ärztliche- bzw. medikamentöse Hilfe angezeigt und notwendig ist. Oft leiden besonders junge Frauen unter Regelschmerzen und die Symptome werden im Laufe des Lebens schwächer.

Bei der zweiten Form von Regelschmerzen, der sogenannten sekundären Dysmenorrhö, treten die Beschwerden meist erst ab dem 30. Lebensjahr auf und werden durch Erkrankungen der Gebärmutter verursacht. Neu auftretende Beschwerden sollten deshalb von einem Arzt untersucht werden. Organisch verursachte Blutungen sind oft sogenannte Myome, also gutartige Geschwülste der Uterus-Muskulatur.

Bei bis zu 70% der Frauen bilden sich solche Myome im Laufe des Lebens, besonders betroffen ist die Altersgruppe zwischen 35 und 50 Jahren. Die Myome können auf und innerhalb der Gebärmutter wachsen, aber auch im Inneren der Uteruswand entstehen. Eine zweite, seltenere Ursache ist die Erkrankung Endometriose. Während Myome gut zu diagnostizieren sind, verhält es sich bei Endometriose anders. Hier siedelt sich inneres Gebärmuttergewebe außerhalb der Gebärmutter an und blutet im Zyklusrhythmus mit. Zysten, Verwachsungen und Unfruchtbarkeit können ernsthafte Folgen sein, wenn die Gewebeherde unerkannt weiterwachsen.

Was hilft bei Menstruationsbeschwerden?

Bei der primären Dysmenorrhö gibt es eine ganze Reihe von Möglichkeiten der Linderung. Empfohlen wird in dieser Zeit eine leichte ausgewogene (nicht belastende) Ernährung mit frischen Zutaten. Immer hilfreich ist es, den Stress in dieser Zeit zu reduzieren. Alternativ helfen leichter Sport, Entspannungsübungen oder Yoga.  Auch Hausmittel wie eine entspannende Tasse Tee, ein warmes Bad oder eine Wärmflasche auf dem Bauch tragen dazu bei, zu entspannen und zu entkrampfen.

Auch pflanzliche Stoffe können zur Linderung der Menstruationsbeschwerden eingesetzt werden. Dazu eignet sich z.B. Gänsefingerkraut, Kamille, Melisse, Ingwer oder Schafgarbe in Tees. Wer ein Bad bevorzugt, kann Melissen-, Lavendel- oder Fichtennadelöl als Badezusatz verwenden. Gute Erfahrungen wurden auch mit homöopathischen Arzneimitteln gemacht, um Regelschmerzen natürlich entgegenzuwirken. Auch die kurzzeitige Einnahme schulmedizinischer Schmerzmittel ist natürlich eine Option. Hier sollte man sich in der Apotheke allerdings nach einer möglichen blutverdünnenden Begleitwirkung erkundigen. Treten sehr starke Schmerzen während und außerhalb der Periode auf, ist ärztlicher Rat einzuholen.

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