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Rinder: Homöopathische Behandlung

Dezember 5, 2018

Besonders in der Nutztierhaltung kommt es oft zum Einsatz von Medikamenten bzw. Antibiotika. Homöopathische Therapien stellen hier eine bedeutsame Behandlungsoption dar, die für die Rinder gut verträglich und zudem unbedenklich für die Lebensmittelsicherheit ist.

Rinder als Nutztiere und erhöhtes Infektionsrisiko

Laut aktuellen Zahlen des Bundesagrarministeriums sind Rinder die wichtigsten Nutztiere in der deutschen Landwirtschaft: Die Hälfte aller Betriebe hält die Wiederkäuer zur Fleisch- oder Milcherzeugung. Leider geht der Trend weiter zur Massentierhaltung, bei der immer mehr Rinder in immer weniger Betrieben auf engem Raum leben. Dabei erhöht sich das Infektionsrisiko und verlangt immer aufwendigere Hygienemaßnahmen. Die beengten Bestallungen führen zu Euterentzündungen, Klauenerkrankungen oder Fruchtbarkeitsstörungen. In der konventionellen Landwirtschaft wird hier versucht, durch Antibiotika-Einsatz gegenzusteuern, teils nicht erst im Krankheitsfall, sondern bereits präventiv. Das Risiko der Entwicklung von multiresistenten Keimen, die gegen gängige Antibiotika immun sind, nimmt dadurch kontinuierlich zu.

So hat auch das Bundesgesundheitsministerium im Jahr 2015 die „Deutsche Antibiotika-Resistenzstrategie“, kurz „DART 2020“, erarbeitet. Ziel ist es, den Antibiotika-Einsatz konsequent zu erfassen und deutlich zu senken, um die Gefahr für Mensch und Tier durch die Entstehung multiresistenter Keime einzudämmen.

Der Gegenentwurf: Ökologische Landwirtschaft  

Im Gegensatz zu konventioneller Tierhaltung bzw. Massentierhaltung, legt die ökologische Tierhaltung die natürlichen Bedürfnisse der Tiere zugrunde. Ziel sind Wohlergehen und natürliche Gesundheit. So werden die Rinder z.B. nicht enthornt, Transportwege begrenzt und die Nutztiere ausschließlich mit gentechnikfreiem Biofutter gefüttert.

Generell folgt der ökologische Landbau einer Kreislaufwirtschaft. Dabei werden auf dem landwirtschaftlichen Betrieb nur so viele Tiere gehalten, wie mit dem zugehörigen Land ernährt werden können. Ihr Mist sorgt wiederum für eine hohe Bodenfruchtbarkeit. Dieser Kreislauf wird unterstützt durch die Verwendung biodynamischer Präparate, auch „Homöopathie für den Boden“ genannt.

Komplementäre Therapiemethoden in der Tiermedizin

Trotz der Gewährleistung artgerechter Tierhaltung kommt auch bei ökologischen Landwirtschaftsbetrieben bei Rindern beispielsweise die Euterentzündung (Mastitis) öfter vor. Bei ernsthaftem Krankheitsverlauf muss auch hier auf den Einsatz von Antibiotika zurückgegriffen und die dadurch belastete Milch entsorgt werden.

Um den Einsatz von Antibiotika zu vermeiden, behandeln Landwirte und Tierärzte auch mit komplementären Heilmethoden. Von den 12.000 in Deutschland zugelassenen Tierärzten sind etwa 200 als homöopathische Tierärzte zertifiziert. Auch viele der „nicht-homöopathischen“ Veterinäre behandeln oft integrativ, d.h. mit einer Mischung aus konventionellen und homöopathischen Mitteln. Im Veterinärbereich wird auf der Suche nach erfolgreichen Behandlungsoptionen intensiv geforscht. Es existieren bereits zahlreiche Studien, die Erfolge bei der tiermedizinischen Behandlung durch homöopathische Mittel belegen. So haben Wissenschaftler der Freien Universität Berlin und der Fachgruppe für Tiergesundheit des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL) aus Frankfurt über einen Zeitraum von sieben Jahren in einem Milchvieh-Großbetrieb den Einsatz von Homöopathika bei der Mastitisbehandlung untersucht. Die mit homöopathischen Mitteln erreichte Heilungsrate lag bei etwa 50 Prozent. Den größten Stellenwert in der Verhinderung von Infektionskrankheiten haben aber optimale Haltungs- und Hygienebedingungen. So kann etwa der Antibiotika-Bedarf durch strikte Einhaltung hoher Standards bei der Stallhygiene im Vergleich zur konventionellen Mastitis-Therapie um 70% bis 80% gesenkt werden.

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