Blog post

Mit natürlichen Heilweisen Antibiotikaresistenzen verhindern

Mai 28, 2019

Relativ oft werden bei Infekten, die allermeist durch Viren verursacht werden, Antibiotika eingesetzt. Diese sind aber nur gegen Bakterien und nicht gegen Viren wirksam. Grund für den häufigen Einsatz ist die Vorsicht, auch eine mögliche bakterielle Mitbeteiligung in den Griff zu bekommen und eine sogenannte bakterielle Superinfektion zu verhindern. Beides kommt jedoch relativ selten vor, so dass die Antibiotika-Gabe oftmals nicht notwendig ist. Das Risiko zunehmender Resistenzen erhöht sich jedoch mit dem breiten Einsatz. Das heißt, im Falle einer Infektion mit Bakterien kann es dann vorkommen, dass Antibiotika nicht mehr wirksam sind. Die Frage ist, welche sicheren Alternativen es in der Behandlung von viralen Infekten gibt.

Antibiotika, ein Segen für die Medizin

Antibiotika gehören zu den bedeutendsten Fortschritten der Medizin des 20. Jahrhunderts. Sie sind seit ihrer Einführung in den 1940er Jahren unverzichtbar bei der Behandlung von Infektionskrankheiten bei Menschen und bei Tieren geworden. Doch inzwischen werden die meisten Antibiotika von niedergelassenen Ärzten bei Infekten im Hals-Nasen-Ohren Bereich verordnet und gerade hier sind sie fast immer ungeeignet. Denn HNO-Beschwerden werden im Großteil der Fälle von Viren ausgelöst, und gegen sie helfen Antibiotika nicht.

Um einen ungezielten Antibiotikaeinsatz zu vermeiden, gibt es als Orientierungshilfe Schnelltests, die vom Arzt oder der Ärztin durchgeführt werden können und innerhalb von Minuten ein Ergebnis liefern. Ein solcher Test analysiert einen Tropfen Blut oder den Abstrich aus Nase und Rachen und zeigt, ob Viren oder Bakterien etwa für die Halsschmerzen verantwortlich sind.

Wirksamkeit geht verloren

Der häufige und nicht zielgerichtete Einsatz von Antibiotika führt inzwischen weltweit zu einem großen Problem: Bakterien werden resistent und die von ihnen ausgelösten Erkrankungen dauern länger an, sind schwieriger oder auch gar nicht mehr behandelbar. Besonders für kleine Kinder sowie für ältere oder chronisch kranke Menschen kann dies ernste Folgen haben – aus bisher gut behandelbaren Infektionen können lebensbedrohliche werden. Auch stehen für einige Infektionen kaum noch wirksame Antibiotika zur Verfügung. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) befürchtet, dass bis zum Jahr 2040 die allermeisten Standard-Antibiotika ihre Wirksamkeit verloren haben könnten.

Antibiotika-Resistenzen entstehen aber auch, weil Antibiotika oft nicht richtig angewendet, wenn sie zu kurz oder zu niedrig dosiert eingenommen werden oder auch über den Umweg Ernährung. In der konventionellen Tierhaltung werden Antibiotika häufig zur Infektionsprävention unters Futter gemischt, auch, um so die Tiermast zu beschleunigen.

Die WHO, europäische und auch deutsche Gesundheitsbehörden schlagen nun Alarm. Geschätzt wird, dass jährlich rund 700.000 Menschen weltweit durch Antibiotika-Resistenzen sterben, alleine in Europa sollen es über 30.000 Patienten sein. Antibiotika-Resistenzen sind zu einem Problem der modernen Medizin geworden.

Alternativen werden immer stärker genutzt

Zwar fordert die WHO in einem Strategiepapier ihre Mitgliedstaaten inzwischen auf, natürliche Heilweisen in die jeweiligen nationalen Gesundheitssysteme aufzunehmen. Doch Ärztinnen und Ärzte erfahren in ihrem Studium kaum etwas über diese Möglichkeiten, auf die sie in der Therapie zurückgreifen könnten. Auch in den ärztlichen Leitlinien finden sich bisher kaum Angaben dazu. Also z.B. Empfehlungen darüber, wie pflanzliche, homöopathische, anthroposophische oder mikrobiologische Arzneimittel helfen können, die Antibiotikagabe entweder zu reduzieren, deren Nebenwirkungen zu mildern oder im Sinne einer Prävention den Einsatz möglicherweise sogar ganz zu vermeiden.

Neben dieser Unkenntnis vieler Therapeuten kommt aber auch häufig eine Erwartungshaltung von Seiten der Patienten hinzu. Sie erwarten ein Antibiotikum – vielleicht auch, weil die Krankenkassen diese Therapie bezahlen – als die einzige oder schnellste Antwort auf ihren Infekt. Werden sie nicht verordnet, kommt dies für viele Patienten einer Nichtbehandlung gleich. Hier ist es natürliche die Aufgabe des behandelnden Arztes, dem Patienten verständlich zu erklären, wann es sinnvoll ist ein Antibiotikum einzusetzen und wann eben nicht

Dessen ungeachtet erfreuen sich aber viele natürliche Heilweisen einer großen Beliebtheit sowohl bei Ärzten wie auch bei Patienten. Naturheilverfahren, Homöopathie oder die anthroposophische Medizin sind aus der täglichen Praxis vieler Mediziner nicht mehr wegzudenken und werden von immer Patienten nachgefragt.

7.000 Ärzte ausgebildet in Homöopathie

Die Hufelandgesellschaft, der Dachverband der Ärztegesellschaften für Naturheilverfahren und Komplementärmedizin, schätzt, dass rund 60.000 Ärztinnen und Ärzte in Deutschland bereits eine oder  mehrere dieser Methoden regelmäßig anwenden und auch darin gut weitergebildet sind.

Erst auf dem Deutschen Ärztetag im Mai 2018 wurde zum Beispiel die ärztliche Zusatzbezeichnung Homöopathie von den Delegierten bestätigt. 7.000 Ärzte haben sich bereits auf diese Weise weitergebildet. Repräsentative Bevölkerungsumfragen, wie die des Instituts Kantar TNS aus dem Frühjahr 2018, zeigen, dass 75 Prozent der Bevölkerung eine integrative Medizin, also das Miteinander von Schul- und Naturmedizin, befürworten. Diese Entwicklungen zeigen, dass ein Umdenken hin zu natürlichen Heilweisen stattfindet.

Eine Infektanfälligkeit kann also gut in der Praxis mit homöopathischen Arzneien behandelt werden. Der Vorteil eines Arztes beispielsweise mit einer Weiterbildung in Naturheilverfahren oder Homöopathie ist, dass er zumeist Facharzt ist, also z.B. für Allgemeinmedizin, Innere Medizin, Kinderheilkunde oder HNO-Heilkunde. Somit kann er beurteilen und entscheiden, welches natürliche Arzneimittel helfen kann oder ob ein Antibiotikum notwendig ist.

Wer Kinder hat, der weiß, dass selbst zehn Erkältungen im Jahr nichts Ungewöhnliches sind. Meist gehen sie mit Husten einher, oft auch mit Ohrenschmerzen. Eine solche viral bedingte Infektion kann der Arzt oft mit homöopathischen Arzneimittel behandeln. Selbst eine Mittelohrentzündung, die etwa 90 Prozent aller Kinder bis zum dritten Lebensjahr mindestens einmal durchleben, ist vom Arzt ohne Antibiotikum zu behandeln, da sie nicht bakteriell bedingt ist.

Voriger Beitrag Nächster Beitrag