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Ohne Heuschnupfen den Frühling genießen

März 18, 2019

Heuschnupfen mindert die Lebensqualität enorm: Die Nase läuft, die Augen jucken und tränen, es kratzt in Mund und Rachen. Und das ausgerechnet im Frühling. Wenn alle Welt ins Freie strömt, bleiben Menschen mit Pollen-Allergie zuhause und schließen die Fenster.

Heuschnupfen das ganze Jahr über

Heuschnupfen beruht auf einer Überreaktion des Immunsystems. Der Körper hält harmlose Pollen für Feinde und beginnt, die vermeintlichen Krankheitserreger zu bekämpfen. Wenn Hasel, Erle und Weide im zeitigen Frühjahr ihren Blütenstaub in die Luft schicken, beginnt die Leidenszeit für Pollen-Allergiker. Und immer früher. Denn durch die zunehmend milderen Temperaturen beginnt das Frühjahr gefühlt schon im Februar und der Sommer/Herbst dauert bis in den November.

Zu den häufigen Auslösern von Heuschnupfen zählen außerdem die Pollen von Birken und Pappeln sowie von zahlreichen Gräsern und Kräutern. Je nach individueller Sensibilisierung können Menschen auch noch im Herbst unter Heuschnupfen leiden.

Und es gibt noch eine weitere Art des allergischen Schnupfens, besser gesagt der allergischen Reaktion auf ungefährliche Stoffe. Das ist die Allergie gegen Hausstaub und Tierhaare. Wer davon betroffen ist, leidet wirklich das ganze Jahr über.

Was tun gegen Heuschnupfen?

Umfragen unter Heuschnupfengeplagten zeigen, dass jeder inzwischen seine eigene kleine Strategie entwickelt hat. So tragen einige Betroffene inzwischen Mundschutzmasken, andere wiederum waschen sich jeden Abend die Haare. Betroffene von Hausstaub- oder Tierhaarallergie sind zu wahren Putzteufeln geworden oder sind auf unkritische Tierarten umgestiegen.

Um die Beschwerden los zu werden, gibt es zum Glück eine Reihe von wirksamen Medikamenten wie Tabletten, Nasensprays oder Augentropfen. Die synthetischen Wirkstoffe bekämpfen allerdings nur die Symptome, die Erkrankung selbst bleibt bestehen. Und es gibt bei einigen immer noch die Gefahr, dass sich als Nebenwirkung Müdigkeit einstellt. Eine Alternative oder auch Ergänzung bietet die Homöopathie. Homöopathische Medikamente können als alleinige Hilfe oder in Kombination mit einem konventionellen Präparat verabreicht werden. Beliebt ist z.B., das konventionelle Präparat zur Nacht zu nehmen und tagsüber die nicht-müde-machenden Homöopathika. So setzt man sinnvoll und gezielt das passende aus beiden Bereichen ein.

Noch ein Tipp: Wenn jemand weiß, dass er von Heuschnupfen betroffen ist, kann das homöopathische Mittel bereits zwei bis vier Wochen vor Beginn der Pollensaison eingenommen werden. So kann man versuchen, sein Immunsystem quasi umzustimmen und neben der akuten Besänftigung der Symptome auch insgesamt die Reaktionsbereitschaft auf Allergene regulieren. Auf jeden Fall sollte man sich zu antiallergischen Medikamenten, sei es Schulmedizin oder Homöopathie, in der Apotheke beraten lassen. Bei besonders schweren Fällen ist eine Hyposensibilisierung durchführbar, hierzu den Arzt fragen. Wichtig ist, dass sich die Beschwerden nicht in der Lunge manifestieren und dort im Laufe der Jahre/Jahrzehnte eine chronisch obstruktive Erkrankung mit zunehmenden Atemschwierigkeiten auslösen. Die frühzeitige Behandlung von Allergien ist also auch medizinisch wichtig.

Kinder leiden besonders unter Allergien

Bei Kindern sind Allergien inzwischen die häufigste chronische Erkrankung. Etliche Ursachen dafür werden diskutiert, angefangen von zunehmender Umweltbelastung bis hin zu erblichen Faktoren. Viele werdende und junge Eltern fragen sich: Können wir etwas tun, damit unser Kind keinen Heuschnupfen bekommt und im Frühling unbeschwert draußen spielen kann? Die Antwort lautet: Ja, das Risiko lässt sich verringern. Die wichtigste Maßnahme ist das Stillen. In der Muttermilch und besonders in der Vormilch finden sich Stoffe, die helfen, die Auslösung von Allergien zu verzögern oder Reaktionen zu vermindern. Am besten bekommt das Baby vier Monate lang ausschließlich die Brust. Mit Beginn des fünften Monats sollte schrittweise eine vielfältige Beikost eingeführt werden. Die Fachleute raten heute, dem Baby bewusst auch Kuhmilch, Hühnerei und Fisch anzubieten. Eine abwechslungsreiche Ernährung in der Kindheit senkt die Anfälligkeit für allergische Reaktionen, auch für Heuschnupfen.

Heuschnupfen sanft behandeln

Auch bei bester Vorsorge können Kinder an Heuschnupfen erkranken. Dann wünschen sich Eltern natürlich eine möglichst sanfte Therapie. Die meisten Medikamente gegen Heuschnupfen sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Bevor sie ihr Kind selbst behandeln, sollten Eltern aber unbedingt den Kinderarzt aufsuchen, um eine genaue Diagnose bzw. Therapie zu erhalten.

Wichtig ist, vor allem bei Kindern, nicht nur auf die medikamentösen Möglichkeiten zu schauen. Mit folgenden allgemeinen Maßnahmen lassen sich die Beschwerden zusätzlich lindern bzw. verhindern:

• täglich die Pollenflugvorhersage beachten und während der kritischen Zeit
möglichst wenig ins Freie gehen;

• bei Pollenflug draußen keinen Sport treiben;

• die Fenster tagsüber schließen oder Pollenschutzgitter anbringen;

• in der Stadt frühmorgens und auf dem Land spätabends lüften;

• mit einer täglichen Nasendusche die Allergene hinaus schwemmen;

• die Kleidung nicht im Schlafzimmer ausziehen und sofort in die Wäsche geben;

• die Haare jeden Abend waschen;

• die Bettwäsche jede Woche wechseln, Bettzeug ohne Federn verwenden;

• Textilien nicht im Freien trocknen;

• regelmäßig staubsaugen, dabei Staubsauger mit speziellem Feinstaubfilter
verwenden (Hepa-Filter);

• glatte Böden und Möbel feucht wischen;

• Vorhänge, Plüschmöbel, Stofftiere und Topfpflanzen aus dem Schlafzimmer verbannen;

• einen Pollenfilter ins Auto einbauen und regelmäßig wechseln lassen.

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