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Die Kraft der Selbstheilung: So stärken Sie Ihren „inneren Arzt“

Oktober 29, 2019

Internist, Chirurg, Augenarzt – für jedes gesundheitliche Problem steht uns heute der passende Mediziner zur Verfügung. Doch den wichtigsten von allen, unseren „inneren Arzt“, vergessen wir dabei nur allzu leicht. In jedem von uns stecken erstaunliche Selbstheilungskräfte. Unentwegt entfernt unser Körper gefährliche Zellen, heilt Wunden, und stärkt das Immunsystem. Der innere Arzt kümmert sich rund um die Uhr und ohne Krankenschein um unser Wohlbefinden und bewahrt unsere Gesundheit. Gerät diese Selbstregulation aus dem Takt, werden wir anfälliger für Krankheiten. Was kann man in diesem Fall tun, um die eigenen Selbstheilungskräfte wieder zu stärken?

Der Körper ist auf Selbstheilung programmiert

Erstmal klingt Selbstheilung ein bisschen nach Zauberei. Dabei hat jeder von uns sie schon mal erlebt: Ein Schnitt in den Finger heilt wie von selbst, hört auf zu bluten, die Schmerzen verschwinden, Wundschorf entsteht. Und einige Tage später ist kaum noch etwas zu sehen. Wir mussten nichts dafür tun, außer abzuwarten. Das ist kein Hokuspokus, sondern Selbstheilung. Und genau diese Selbstregulation funktioniert nicht nur bei kleinen Alltagsverletzungen, sondern auch bei ernsteren Erkrankungen. Streng genommen steckt in jeder Heilung auch eine Selbstheilung – ohne Zutun des Körpers kann niemand gesund werden.

An vorderster Front steht dabei das Immunsystem. Es arbeitet auf höchst professionelle und effiziente Weise, um uns jederzeit vor gefährlichen Erregern zu schützen. Auch das gehört zur Fähigkeit der Selbstheilung. Eine sogenannte unspezifische Abwehr steht bereit, um spontane Eindringlinge abzuwehren und zu vernichten. Für besonders gefährliche Erreger gibt es mit der spezifischen Abwehr ein höchst intelligentes Baukastensystem. Das Immunsystem merkt sich die Erreger. Bei jedem neuen Kontakt werden genau dazu passende Antikörper gebildet, die den Erreger gezielt vernichten. So funktionieren z.B. Impfungen. Auch im Körper selbst entstehen immer wieder Zellen, die nicht mehr zu ihren Nachbarn passen und sich selbständig vermehren können. Auch hier greift das Immunsystem ein und vernichtet diese Zellen.

Damit das Immunsystem dies alles leisten kann, wird es tagtäglich an allen möglichen Stoffen, die uns umgeben, trainiert. Es muss quasi alle potenziellen Erreger und Gefahren kennen, um erfolgreich reagieren zu können. Auch mit jeder Erkrankung lernt es dazu, um uns noch besser zu schützen. Das heißt natürlich nicht, dass wir jede Krankheit alleine besiegen können. Bei Infektionen mit gefährlichen Bakterien z.B. ist es ein Segen, dass es effiziente Antibiotika gibt, die die Erreger effektiv zerstören. Hier ist das Immunsystem aktiv, um die Erreger dann einzuschließen und über die Lymphe aus dem Körper zu leiten. Und natürlich, um die endgültige Heilung zu gewährleisten.

Rund um die Selbstheilung: die Naturmedizin

Dass die Selbstheilung zu jeder Therapie dazu gehört, weiß jeder. Knochenbrüche z.B. heilen ebenso wie Schnittwunden nur durch die Kraft der Selbstheilung. Beispiel Erkältung: Hier lassen sich Symptome wie Husten, Halsschmerzen und Fieber gut behandeln. Gesund wird man aber erst nach einer Woche, wenn der Körper die Erreger im Griff hat.

In der sogenannten Naturmedizin versucht man, generell auf die Selbstheilung zu setzen. Die eingesetzten Medikamente sollen den Körper dabei helfen, die eigenen Heilkräfte gezielt einsetzen zu können. In der Homöopathie zum Beispiel bestimmt der homöopathische Arzt bzw. Therapeut das individuelle Mittel für den Patienten und seine aktuellen Beschwerden. Auf diese Weise erhalten die Heilkräfte den genau passenden Anstoß, um reagieren bzw. regulieren zu können.

Das funktioniert bei vielen Beschwerden, ersetzt aber natürlich nicht die Schulmedizin. Am Beispiel von Antibiotika haben wir gesehen, wie wichtig sie ist, wenn sich die Selbstheilungskräfte nicht genug aktivieren lassen. Schulmedizin und Naturmedizin können sich aber gut ergänzen.

In der Ruhe liegt die Kraft

Körper und Psyche sind beim Menschen eng miteinander verbunden. Viele psychische Belastungen sind identifiziert worden, die direkt oder indirekt körperliche Beschwerden auslösen können. Einer der wichtigsten und allgegenwärtigen ist der Stress. Er führt über das vegetative Nervensystem zur Ausschüttung von Hormonen, die eigentlich nur eine kurzzeitige Steigerung von Leistung und Konzentration bewirken sollen. Wenn diese Hormone aber ständig im Blut kreisen, macht das krank. Man wird nervös, schläft schlecht, hat erhöhten Blutdruck, eine verminderte Regeneration und Störungen von normalen Funktionen. Das betrifft leider auch das Immunsystem, das unter dem Stress leidet.

Unser Alltag ist geprägt von Verpflichtungen. Sei es am Arbeitsplatz oder in der Familie, selbst in der Freizeit kann man in schädlichen Stress geraten, wenn man sich z.B. im Sport zu ehrgeizige Ziele setzt. Leider verlieren wir uns dabei oft selbst aus dem Blick. Doch genau diese Form der ständigen, manchmal leichten, manchmal stärkeren Überlastung macht nicht nur unserer Seele zu schaffen, sondern beeinträchtigt auch unsere Gesundheit.

Natürlich lässt sich Stress nicht einfach abstellen. Umso wichtiger ist es aber, dieser Anspannung, ausreichend Momente der Entspannung entgegenzusetzen. Das ist vergleichbar mit einem Muskel. Auch der braucht nach dem Sport Zeit zur Regeneration, sonst verspannt er sich und beginnt zu schmerzen. Bei Kindern funktioniert dieses Wechselspiel aus Anspannung und Entspannung meist noch sehr gut. Nach einem ereignisreichen Tag im Zoo mit vielen neuen Eindrücken fallen sie todmüde ins Bett und schlafen tief. Das gibt ihrem Gehirn die Gelegenheit, das Erlebte zu verarbeiten, zu sortieren und abzulegen. Im Laufe der Entwicklung zum Erwachsenen ignorieren wir das Bedürfnis von Körper und Seele nach Ruhe.

Jeder entspannt anders

Um wieder ein besseres Gespür für die eigenen Bedürfnisse nach Entspannung zu bekommen, helfen ein paar einfache Fragen. Was macht mich glücklich? In welchen Momenten erlebe ich Zufriedenheit? Was hilft mir, Sorgen, Probleme und Verantwortung für eine Weile zu vergessen? Es gibt so viele Wege zur Entspannung wie es Menschen gibt. Dem einen hilft Meditation oder autogenes Training. Der andere muss sich beim Sport richtig auspowern, um zur Ruhe zu kommen. Das Wichtigste dabei ist das eigene Wohlbefinden. Wenn wir Spaß an etwas haben, geht der Stressmodus des Körpers ganz automatisch nach unten und schaltet auf „Regeneration“ um. Wir können entspannen und uns erholen. Es bringt also nichts, uns zu etwas zu zwingen. Während der eine beim Malen herrlich den eigenen Gedanken nachgehen kann, legt sich der andere lieber in die Sauna, genießt die wohlige Wärme und stärk ganz nebenbei noch seine Abwehrkraft. Alles, was unsere seelische Zufriedenheit stärkt, stärkt auch unser Immunsystem, fördert unsere Gesundheit, kann die Selbstheilungskräfte aktivieren und zur Heilung beitragen.

10 Sätze, die eine positive Haltung zum Leben fördern können

  1. „Ein heiteres Lebensgefühl strömt durch meinen Körper und meine Seele.“
  2. „Ich kann abschalten, die Dinge einfach geschehen lassen, mich wohlfühlen und träumen.“
  3. „Wenn ich mich so nehme, wie ich bin, werde ich viel ruhiger und gelassener.“
  4. „Ich spüre in mir ein wachsendes Gefühl von Ruhe, Geborgenheit und Selbstvertrauen.“
  5. „Ich freue mich auf jeden neuen Tag, der vor mir liegt.“
  6. „Ich weiß, dass ich alles schaffe, wenn ich es nur will.“
  7. „Jede Zelle meines Körpers kann sich an meinen natürlichen Kraftquellen -stärken.“
  8. „Ich fühle mich gut. Ich bin blendend gelaunt, gesund und voller Energie.“
  9. „Meine positiven Gedanken und Gefühle steigern immer mehr mein Wohlbefinden.“
  10. „Ich sage ,Ja’ zu mir, ich sage ,Ja’ zu meinem Leben.“

Acht Tipps zur Entspannung

Tatsächlich ist der Abbau von Stress eine der wichtigsten Maßnahmen, um die gesunden Körperfunktionen wie die Abwehr zu fördern. Es gibt viele Möglichkeiten, Stress abzubauen und die Entspannung zu fördern. Acht einfach umsetzbare Tipps dafür stellen wir hier vor:

  1. Stress in Worte fassen: Oft sind wir uns gar nicht bewusst, wieviel Stress wir eigentlich haben. Führen Sie deshalb ein kleines Tagebuch (gibt es auch als App), in dem Sie eintragen, wann und wobei Sie sich besonders gestresst gefühlt haben.
  2. Stress wegplanen: Machen Sie sich anhand des Tagesbuches einen Plan, ob der Stress-auslösende Tagesablauf so nötig ist. Überlegen Sie, was Sie weglassen, delegieren, verschieben können. Sie sollten pro Tag nicht mehr als zwei Mal „geplant“ in Stress kommen.
  3. Stress einfach weg atmen: Bewusstes Atmen beruhigt! Wenn man Stress hatte, sollte man ein paar Minuten lang durchatmen. Am besten an die frische Luft gehen, 5 min. lang tief und ruhig atmen. Das fährt die Aufregung runter.
  4. Ein Hobby suchen: Eine sinnvolle Freizeitgestaltung baut Stress ab. Zwar muss man sich meist auch dabei konzentrieren und kann in den sogenannten Eustress kommen. Im Gegensatz zum schädlichen Distress wirkt dieser aber positiv auf den Körper und hilft abzuschalten.
  5. Sport hilft (immer): Körperliche Bewegung tut in jeder Hinsicht gut. Sie stärkt Herz, Kreislauf, Muskulatur, Knochen, Gelenke und hilft Stress abzubauen. Zwei Dinge sind wichtig: Die Sportart muss moderat sein wie Laufen, Radfahren, Schwimmen und regelmäßig durchgeführt werden, am besten täglich für 30 Minuten.
  6. Auf den Punkt entspannen: Krankenkasse, Volkshochschulen und viele Institute bieten heute Entspannungstechniken kann. Wer Zeit und Lust dazu hat kann sich damit Übungen aneignen, die sehr gezielt Stress abbauen und auch vorbeugend wirken.
  7. Kraft im Schlaf tanken: Wer gut und ausreichend schläft ist resistenter gegen Stress. Man sollte deshalb jeweils zur gleichen nicht zu späten Zeit ins Bett gehen, in Dunkelheit ohne elektrische Geräte in der Nähe schlafen und nicht später als bis 18 Uhr zu Abend essen.
  8. Stressfrei ernähren: Viele Menschen essen heute unter Zeitnot, vor allem mittags. Das führt ebenso zu Stress. Wichtig ist deshalb, sich beim Essen Zeit zu nehmen, am besten in Gesellschaft. Das geht z.B. in der Kantine, wenn man sich mit den Kollegen/innen verabredet. Die Arbeit ist dabei tabu.

Freunde stärken die Selbstheilungskraft

Der Mensch ist ein soziales Wesen. Wir brauchen die Nähe zu anderen Menschen. Manchmal hilft schon ein gutes Gespräch, um das Wohlbefinden nach einem stressigen Tag zu verbessern und Kraftreserven aufzubauen. Ein intaktes soziales Netzwerk hilft uns nicht nur, mit Stress besser umzugehen, es kann sogar unser Immunsystem stärken und die Selbstheilungskräfte aktivieren. Das belegt unter anderem eine kanadische Studie mit 25.000 Teilnehmern (General Social Survey of Canada, 2003). Dabei kommt es laut den Forschern weniger auf die Größe des Freundeskreises an, als auf die Intensität der Bindungen. Das Wohlbefinden der Probanden blieb vor allem dann dauerhaft besonders hoch, wenn sie ihre Freunde oft persönlich trafen und nicht nur mit ihnen telefonierten oder im Internet chatteten.

Selbstheilungskräfte natürlich aktivieren

Wir wissen jetzt, dass es etliche Möglichkeiten gibt, den Organismus zu stärken und damit auch die Abwehrkräfte. Doch manchmal braucht es eben noch ein bisschen mehr. Bei aller Pflege und Achtsamkeit kann dieses komplexe System mal aus dem Takt geraten und es kann zu Krankheiten kommen. Handelt es sich um alltägliche Störungen wie Infekte können natürliche Methode wie Homöopathie meist gut helfen. Sie unterstützen den Organismus dabei, seine Selbstheilungskräfte zu stärken und sich wieder erfolgreich wehren zu können. Der Apotheker hilft hier weiter, das jeweils richtige Mittel auszuwählen.

Häufen sich die Infekte und liegt z.B. generell ein geschwächtes Immunsystem vor, passt die Homöopathie ebenso. Hier sollten Betroffene aber zu einem homöopathischen Arzt bzw. Therapeuten gehen, der entsprechend behandelt. Die Wahl des passenden homöopathischen Arzneimittels richtet sich dabei nach den individuellen Beschwerden der akuten Krankheit, der persönlichen Empfindung der Beschwerden und allen Umständen, die die Beschwerden verbessern oder verschlechtern.

 

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