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Sonnenallergie und Mallorca-Akne: Was tun, wenn der Flirt mit der Sonne schmerzhaft endet?

August 20, 2019

Ihre wärmenden Strahlen prickeln auf der Haut, ihr helles Licht macht gute Laune – eigentlich ist die Sonne ja etwas Wunderbares. Doch für immer mehr Sonnenanbeter endet der Tag am Strand mit juckendem Ausschlag und Brennen. Mit Sonnenallergie und Mallorca-Akne ist nicht zu spaßen. Die Symptome sind in beiden Fällen starker Juckreiz, Pusteln und Rötung der Haut. Doch wie kommt es zu diesen nach dem Sonnenbrand häufigsten negativen Folgen der Sonne? Woran erkennt man, um welche Erkrankung es sich handelt? Wie kann man eine Sonnenallergie vorbeugen und was hilft, wenn die Symptome schon aufgetreten sind?

Welche Formen der Sonnenallergie gibt es?

Unter dem Begriff Sonnenallergie werden umgangssprachlich verschiedene durch UV-Strahlung ausgelöste Erkrankungen der Haut zusammengefasst. Bei den meisten Betroffenen handelt es sich um gar keine echte Allergie, sondern um eine Reizung der Haut.

Die häufigste Form ist die sogenannte polymorphe Lichtdermatose, also eine durch Licht ausgelöste Irritation der Haut, die sich sehr unterschiedlich ausprägen kann. Etwa 10 bis 20 Prozent der Bevölkerung leiden darunter. Frauen sind etwa zehnmal häufiger von Sonnenallergie betroffen als Männer. Durch Sonne ausgelöste Hautirritationen können in jedem Alter auftreten. Besonders anfällig für die Allergie ist die Haut von Kindern und jungen Erwachsenen.

Im Unterschied zur polymorphen Lichtdermatose ist bei der Mallorca-Akne das Sonnenlicht nicht alleinige Ursache. Vielmehr kommt es zu einer chemischen Reaktion zwischen dem UV-Licht und bestimmten Stoffen im Körper. Das können Medikamente sein, die man einnimmt oder etwa Bestandteile der Sonnencreme.

Deutlich seltener sind sogenannten phototoxische Reaktionen. Sie sind sehr heftig, ähneln einem Sonnenbrand und entstehen meist, weil die Haut durch die Einnahme bestimmter Medikamente überempfindlich auf UV-Strahlen reagiert. Besonders Herz-Kreislauf-Medikamente, Entwässerungsmittel (Diuretika) und Antibiotika können dazu führen. Schauen Sie in den Beipackzettel Ihrer Präparate. Dort wird auf solche möglichen Effekte hingewiesen. Aber Achtung: Auch bei auftretenden Symptomen, die Medikamente nie eigenmächtig absetzen, sondern immer Rücksprache mit dem Arzt halten. Am besten schon vor der Reise.

Wie kommt es zur polymorphen Lichtdermatose?

Die klassische Sonnenallergie entsteht meist durch zu geringen UV-Schutz, vor allem durch eine plötzlich deutlich gesteigerte Dosis Sonnenstrahlen. Deshalb treten Beschwerden in der Regel zu Beginn des Urlaubs auf. Treffen die UVA-Strahlen, also die besonders energiereichen Anteile des Sonnenlichtes, auf unsere Haut, entstehen unter der Hautoberfläche sogenannte reaktive Sauerstoffverbindungen. Diese Radikale genannten Verbindungen greifen die körpereigenen Zellen an. Normalerweise reagiert die Haut darauf mit einer verstärkten Produktion von Pigmenten wie Melanin. Das Melanin lässt unsere Haut braun aussehen und schützt unsere Zellen vor der schädlichen UV-Strahlung. Bei Sonnenallergikern versagen die normalen Schutzmechanismen und es kommt zu einer überschießenden Immunreaktion, die zu Juckreiz, Akne oder geröteter Haut führt. Die Symptome einer Sonnenallergie zeigen sich bevorzugt an besonders exponierten Hautpartien wie Nacken, Armen, Handrücken, Gesicht und Schultern.

Was sind die Ursachen für Mallorca-Akne?

Anders als die Sonnenallergie trifft einen die Mallorca-Akne meist, nachdem man schon ein paar Tage am Sommerurlaubsort verbracht hat. Die Ursache liegt im Zusammenspiel aus UV-Licht und einem zu fettreichen Sonnenschutz. Die Lipide und Emulgatoren aus der Creme reagieren mit den UVA-Strahlen und verstopfen die Poren. So entstehen die an Akne erinnernden kleinen Pickel. Der körpereigene Talg kann die Symptome noch verschlimmern. Daher sind vor allem Menschen mit eher fettiger Haut betroffen. Hautpartien mit vielen Talgdrüsen wie Gesicht, Dekolletee und Oberkörper sind am anfälligsten.

Auf diese gemeinsamen Symptome sollten Sie achten

  • Starker Juckreiz und ein brennendes Gefühl auf der Haut
  • Knötchen und Pusteln an exponierten Stellen wie Gesicht, Dekolletee, Schultern, Nacken
  • Rötliche Flecken
  • In schweren Fällen einer Sonnenallergie auch Blasenbildung und Anschwellen der Haut

Kann man Sonnenallergie vorbeugen?

Je langsamer Sie Ihre empfindliche Haut an die Sonne gewöhnen, desto besser. Meiden Sie auf jeden Fall die intensive Mittagssonne. Schützen Sie die besonders anfälligen Körperpartien durch geeignete Kleidung, eventuell auch einen Sonnenhut. Aber Achtung: Normale Kleidung lässt etwa 60 Prozent der UV-Strahlen durch. Ein Baumwoll-Shirt allein reicht also nicht aus. Achten Sie bei Sonnencreme auf einen hohen UVA-Schutz. Gerade Hellhäutige sollte immer mit Lichtschutzfaktor 50 oder sogar 50+ anfangen.

Etwa eine halbe Stunde bevor man in die Sonne geht, sollte man sich mit Sonnenschutzmitteln eincremen. So lange brauchen die Filter, um zu wirken. Für Gesicht und Hals braucht man ca. einen Teelöffel Sonnencreme, auf Beine und Körper sollten Sie je eine Handvoll auftragen. Wer viel Tomaten isst (ca. 100 g pro Tag), baut zudem einen natürlichen Schutzfaktor von 2 bis 3 auf. Auch das Beta-Carotin, eine Vorstufe des Vitamin A, hilft der Haut sich zu schützen und baut Antioxidantien auf. Sollten dennoch Hautreaktionen eingetreten sein können homöopathische Mittel helfen, die Symptome zu behandeln. Fragen Sie Ihren Apotheker nach geeigneten Präparaten.

Lässt sich Mallorca-Akne verhindern?

Auch hier gilt: Geben Sie ihrer Haut Zeit, sich an die Sonne zu gewöhnen. Wenn Sie zu eher fettiger Haut neigen, sollten Sie unbedingt fettfreie Sonnenschutzmittel verwenden. Leichte Fluids und Sprays sind in dem Fall schweren Cremes und Lotions vorzuziehen. In der Apotheke gibt es auch spezielle Produkte mit hohem Sonnenschutz, aber ohne Lipide und Emulgatoren. Verzichten Sie auf Parfum und andere Pflegecremes, wenn Sie in die Sonne gehen.

Im Idealfall sollte auch der Sonnenschutz frei von Duftstoffen sein. Je weniger mögliche Reizquellen auf der Haut sind, umso geringer die Gefahr von Wechselreaktionen mit dem Sonnenlicht. Das gilt auch für die Pflege nach dem Sonnenbad mit reichhaltigen After-Sun-Produkten, die die Entwicklung von Mallorca-Akne unterstützen können. (Nur) Feuchtigkeit ist jetzt besser als fettreiche Cremes. Und ganz wichtig: Im Gegensatz zu den Sonnenbrand auslösenden weniger Energie-reichen UVB-Strahlen dringen UVA-Strahlen auch durch Fensterglas. Daher auch im Auto auf ausreichenden Sonnenschutz achten.

Was hilft, wenn die Haut gereizt reagiert?

Sowohl bei Sonnenallergie als auch bei Mallorca-Akne gilt: Schon bei den ersten Symptomen sofort aus der Sonne gehen und möglichst die nächsten Tage nur im Schatten aufhalten und für Abkühlung im Sommer sorgen. Um Rötungen und Pusteln zu behandeln und den Juckreiz zu lindern, tragen Sie ein kühlendes Gel auf die betroffenen Stellen auf. Homöopathische Produkte aus der Apotheke können zusätzlich die Regeneration der allergischen Haut unterstützen. Diese Bestandteile der homöopathischen Reiseapotheke gehören in jedes Reisegepäck. Auch Auflagen mit Quark, Buttermilch oder Joghurt eignen sich zur Behandlung. Sie kühlen und wirken entzündungshemmend. Essigwasser kann helfen, die Sonnenpickel und Bläschen auszutrocknen. Hört das Jucken gar nicht mehr auf, können Antihistaminika (Apotheke) die Beschwerden lindern, auch wenn es sich bei der Sonnenallergie nicht um eine Allergie im eigentlichen Sinn handelt. In schweren Fällen verschreibt der Arzt auch cortisonhaltige Salben. Sie sollten sie mit Vorsicht verwendet werden. Eine alternative Behandlung kann Zinksalbe sein. Auch sie wirkt desinfizierend und entzündungshemmend.

 

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