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Gefahr Sonnenstich: Vorbeugen und Helfen

Juni 12, 2019

Im Sommer verbringen wir viel Zeit in der Sonne. Ob beim Schwimmen, beim Spazierengehen, oder beim Sonnenbaden, das Wetter lädt zu vielen Stunden im Freien ein. Das Risiko Sonnenbrand kennen die meisten und beugen entsprechend vor. Die Gefahr eines Sonnenstichs wird aber oft unterschätzt. Wichtig ist zu wissen, wie man einen Sonnenstich verhindert oder, wenn es schon zu spät ist, diesen auf natürliche Weise auskurieren kann.

Was ist ein Sonnenstich?

Ein Sonnenstich entsteht, wenn der Kopf und Nacken an einem heißen Tag über einen längeren Zeitraum der direkten Sonne ausgesetzt sind. Dadurch entwickelt sich sehr viel Hitze innerhalb dieses Bereiches, die nicht mehr effektiv genug abtransportiert und abgemildert werden kann. Dieser Hitzestau reizt die Hirnhäute und löst eine Entzündungsreaktion aus, im schlimmsten Fall kann es zu einer tatsächlichen Hirnhautentzündung kommen. Ein Anschwellen des Gehirns und eine damit einhergehende Erhöhung des Hirndrucks sind ebenfalls möglich.

Was sind die Symptome eines Sonnenstichs?

Die Reaktion auf einen Sonnenstich kann sich von Mensch zu Mensch unterscheiden. Auch die Sonnenintensität und Länge der Zeit im Freien beeinflussen die Schwere der Symptome. Häufige Symptome sind:

  • Kopfschmerzen, Schwindel
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Nackensteifheit
  • Mattigkeit
  • Heißer, roter Kopf (Körper eher kühl)
  • Bewusstlosigkeit

Die Symptome eines Sonnenstichs können auch erst Stunden nach dem langen Sonnenbaden auftreten. Das bedeutet, ein Sonnenstich kann sich auch erst zeigen, wenn die Person bereits im Zimmer ist.

Zu den gefährdetsten Gruppen zählen Kleinkinder und Säuglinge. Wegen der dünnen Schädeldecke, dem wenigen Haar und den Fontanellen (noch nicht zusammengewachsene Stellen an dem Schädel eines Säuglings) kommt es bei ihnen besonders schnell zu einem Sonnenstich. Achtung, bei Säuglingen und Kleinstkindern sind die Symptome anders, Hinweise auf einen Sonnenstich sind Schreien, Unruhe und Verweigerung der Nahrung. Mit dem Handrücken können Eltern fühlen, ob der Kopf des Kindes überwärmt ist. Aber auch ältere, hellhäutige und kahlköpfige Menschen gehören zu den Risikogruppen.

Wie kann man Sonnenstiche behandeln?

Sobald über eines der Symptome geklagt wird, sollte die Person sofort aus der Sonne entfernt und in ein kühles, dunkles Zimmer gebracht werden. Der Kopf sollte mit feuchten Tüchern oder kühlem Wasser heruntergekühlt werden. Der Oberkörper kann erhöht gelagert werden. Wenn die Person bei Bewusstsein ist, sollte diese Flüssigkeit, bestenfalls Wasser, zu sich nehmen. Bei starken Symptomen sollte umgehend der Arzt aufgesucht werden. Sind schon Zeichen einer Beteiligung von Hirnhäuten bzw. Gehirn da, ist eine stationäre Behandlung meist notwendig.

Bei Bewusstseinsverlust ist eine notärztliche Versorgung notwendig. Auch bei sich nicht verbessernden Symptomen und generell bei Kindern ist der Besuch beim Arzt notwendig. Hat die direkte Notfallversorgung stattgefunden, ist Bettruhe zu halten, bis die Symptome abgeklungen sind. Bei begleitenden Symptomen wie starken Kopfschmerzen oder Brechreiz können homöopathische Mittel helfen (Arzt oder Apotheker fragen).

Was ist der Unterschied zwischen einem Sonnenstich und einem Hitzschlag?

Im allgemeinen Sprachgebrauch werden die Begriffe Sonnenstich und Hitzschlag oft synonym angewendet, doch deren Symptome und Gefahr unterscheiden sich erheblich.

Ein Sonnenstich betrifft lediglich den Kopf, während ein Hitzschlag Auswirkungen auf den ganzen Körper hat: Der Körper bleibt bei einem Sonnenstich kühl, während bei einem Hitzschlag die Körpertemperatur auf mehr als 40 Grad steigen kann. Typische Hinweise für einen Hitzschlag sind Krämpfe, Verwirrtheit, Bewusstseinstrübung. Die gesamte Haut wird dabei rot, doch kein Schweiß tritt auf.

Bei einem Sonnenstich ist lediglich der Kopf rot, der Körper eher blass. Manche Symptome, wie Schwindel oder Übelkeit, können in beiden Fällen auftreten. Ein Hitzschlag ist wesentlich gefährlicher als ein Sonnenstich, da von Anfang an der ganze Körper betroffen ist. Die Temperatur- und Flüssigkeitsregulation brechen dabei zusammen, der Körper wird überhitzt und belastet zusätzlich das Herz-/Kreislaufsystem. Hier ist schnelle notärztliche Hilfe angezeigt. Sonst drohen Kreislaufkollaps, Schockzustand und Hirnschäden.

Wie kann man einem Sonnenstich vorbeugen?

Einen Sonnenstich zu verhindern ist weitaus einfacher als diesen zu kurieren. Fünf Regeln zeigen das:

  1. Kopf bei starker Sonnenstrahlung immer bedecken (gerade auch bei Kindern, lichtem Haar und Glatze), zusätzlich auf den Nacken achten (Tuch).
  2. Direkte Sonnenbestrahlung generell vermeiden (auch bei Kindern darauf achten) und sich regelmäßig abkühlen (Duschen oder Baden).
  3. Möglichst in der Mittagszeit nicht in der Sonne sein, sich für den Strandbesuch Sonnensegel oder Sonnenschirme mitbringen (und benutzen!)
  4. Auf ausreichende Trinkmenge achten (mehr Schweißbildung im Sommer)
  5. Auch den übrigen Körper vor Sonnenlicht schützen (luftige Kleidung und Sonnencremes). Das beugt vor allem dem Sonnenbrand vor (hat man ihn trotzdem bekommen kühlende Gels verwenden und Globuli „von innen“, dazu Apotheker fragen).
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