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Tierärzte machen sich stark für Homöopathie

April 10, 2018

Tierärzte und Tierbesitzer in Deutschland setzen sich für den Erhalt der Homöopathie als Therapieform ein. Mit einer Petition wenden sie sich dazu an das Bundesministerium für Landwirtschaft. In Großbritannien zeigen ähnliche Proteste bereits erste Erfolge.

 

Für Therapiefreiheit beim Tierarzt

Tierärzte und Tierhalter in Deutschland wollen sich das Recht auf Therapiefreiheit nicht nehmen lassen. Mit einer Petition an das Bundesministerium für Landwirtschaft kämpfen sie für den Erhalt der Homöopathie in der Tierbehandlung. Anlass ist die wiederholt heftige Kritik an der homöopathischen Behandlung von Tieren. In deren Folge fürchten die Tierärzte sogar ein drohendes Verbot homöopathischer Arzneimittel in der tierärztlichen Praxis. Diese Forderung ist für viele Tierärzte und Tierhalter jedoch unverständlich. Für sie steht das Tierwohl im Vordergrund. Zudem setzen sie sich dafür ein, jedem Patienten eine individuelle und bestmögliche Behandlung angedeihen zu lassen. Für die homöopathische Behandlung von Tieren gibt es aus ihrer Sicht überzeugende Argumente:

Drei wichtige Gründe für Homöopathie in der Tiermedizin

  • Antibiotikaresistenzen nehmen zu und bedrohen die Gesundheit von Menschen und Tieren auf der ganzen Welt. Die Infektion mit multiresistenten Keimen verläuft oftmals tödlich. Die Weltgesundheitsorganisation WHO schätzt die Zahl der Todesopfer auf 25.000 Menschen pro Jahr. Multiresistente Keime sind auch in der Tiermedizin ein massives Problem. Die EU verlangt im “One Health Action” Plan vom Juni 2017 daher, den Einsatz von Antibiotika bei Tieren zu minimieren. Gleichzeitig betont sie die Notwendigkeit alternativer Heilmethoden. Diese könnten die Gabe von Antibiotika reduzieren und damit der Entstehung multiresistenter Keime entgegen wirken.
  • Als ganzheitlicher und verträglicher Ansatz kann die Homöopathie bei akuten wie auch bei chronischen Erkrankungen eingesetzt werden, als begleitende oder als alleinige Therapie. Das dafür nötige Fachwissen besitzen gut ausgebildete und qualifizierte Therapeuten wie Tierärzte mit der Zusatzbezeichnung Homöopathie.
  • Die Wirksamkeit und Evidenz der homöopathischen Therapie in der Tiermedizin belegen placebokontrollierte Doppelblindstudien.

Britische Tierärzte gehen für Homöopathie auf die Straße

Nicht nur in Deutschland ist Homöopathie in der Tiermedizin ein wichtiges Thema. Bei einem Protestmarsch in London demonstrierten britische Tierärzte und Tierhalter am 15. Januar 2018 für den Erhalt der Homöopathie als anerkannte Therapie. Organisiert wurde die Aktion von der British Association of Homeopathic Veterinary Surgeons. Die Vereinigung britischer Tierärzte übergab zudem eine Petition mit 15.000 Unterschriften an das Royal College of Veterinary Surgeons (RCVS). Auslöser für den Protest war ein Statement des Colleges, nachdem es der Homöopathie an Evidenz und soliden wissenschaftlichen Prinzipien mangele. Sie käme daher nur als ergänzende, nicht aber als alternative Behandlungsform in Frage. Der Protest blieb nicht ungehört: inzwischen betont das College, es habe nicht die Absicht, ein Verbot der Homöopathie in der Tiermedizin auszusprechen.

Quellen:

– Witt CM, Bluth M, Albrecht H et.al.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17544864
http://www.homeopathicvet.org/Veterinary_Research_into_Homeopathy/Links_to_Databases.html

 

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