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Tierisch gesund: Wie Homöopathie Hund, Katze & Co. helfen kann

September 6, 2019

Immer mehr Menschen vertrauen auf die sanfte Hilfe der Homöopathie. Ob Kopfschmerzen, Erkältung oder Durchfall. Mit verschiedenen homöopathischen Mitteln hält die natürliche Therapieform für viele alltägliche Beschwerden die passenden Globuli parat. Für eine sanfte Behandlung. Warum sollten wir unseren vier- und zweibeinigen Freunden also diese wirksame Behandlung vorenthalten?

Und so gibt es immer mehr Tierärzte, die eine zusätzliche Ausbildung in Homöopathie absolvieren und auch explizite Tierheilpraktiker findet man immer häufiger. Doch wie genau kann die Homöopathie helfen, wenn mein Hund plötzlich nicht mehr frisst, meine Katze Durchfall hat oder mein Pferd lahmt?

Wie lange gibt es die Tierhomöopathie schon?

Bereits 1815, also noch zu Lebzeiten des Homöopathie-Begründers Samuel Hahnemann, verfasste der Coburger Hofapotheker Christian Heinrich Donauer seine ersten tierhomöopathischen Schriften. Zahlreiche Tierärzte folgten ihm und schrieben die Homöopathie in der Veterinärmedizin fort.

Anfänglich vor allem bei Nutztieren angewandt, traten mit der Zeit auch Haustiere, besonders Hund und Katze, immer mehr in den Fokus der Tierhomöopathie. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts geriet die Tierhomöopathie mit dem Aufschwung der Schulmedizin etwas in Vergessenheit, bis sie ab 1950 der Tierarzt Hans Wolter wieder populär machte. Seither erfreut sich die Homöopathie bei Tierbesitzern immer größerer Beliebtheit.

Welchen Ansatz verfolgt die Tierhomöopathie?

Genau wie die Homöopathie beim Menschen setzt die Homöopathie auch beim Tier auf die Selbstheilung des Körpers. Die Herausforderung dabei: Die Substanzen müssen für jede Tierart neu getestet werden. Was beim Hund Furcht löst, kann bei der Katze eine völlig andere Wirkung haben. Hier zeigt sich, wie individuell die Heilkraft der Homöopathie ist. Daher sind auch längst nicht alle verfügbaren homöopathischen Mittel für jede Tierart und Erkrankung anwendbar.

Besonders umfangreich ist die Datenlage bei den Haustieren Hund und Katze und beim Pferd. Aber auch bei Kleintieren wird die Homöopathie in der Praxis immer häufiger angewandt.

Wann wirkt Homöopathie beim Tier besonders gut?

Magen-Darm-Beschwerden

Ob Hund, Katze oder Pferd – Magen-Darm-Erkrankungen gehören zu den häufigsten Erkrankungen bei Haustieren. Daher stehen hier besonders viele erprobte homöopathische Mittel als Behandlung zur Verfügung. Erbrechen und Durchfall, Unlust zu fressen, vermehrte Blähungen, auffällige Magen-Darmgeräusche oder Verstopfung lassen sich in vielen Fällen sehr gut homöopathisch behandeln.

Halten die Symptome trotz Gabe von Globuli an, sollten Sie einen Tierarzt aufsuchen. Ihr Tier könnte Allergien gegen Futterbestandteile entwickelt oder versehentlich Fremdkörper hastig mit hinuntergeschluckt haben. Ebenso können Antibiotika und andere Medikamente zeitweilige Unverträglichkeiten und Magen-Darm-Beschwerden hervorrufen.

Probleme mit Gelenken und Knochen

Hund und Katze tollen wild herum, Pferde werden geritten, häufig von unterschiedlichen Reitern. Da sind Gelenke und Knochen großen Belastungen ausgesetzt. Ob Verschleiß oder Erkrankung – hat ein Tier Schmerzen beim Laufen, macht sich das meist durch veränderten Gang, verkrampfte Haltung, Humpeln oder gar Verweigerung bemerkbar. Oft lassen sich die Beschwerden homöopathisch behandeln, indem die Selbstheilung von Gelenken, Sehnen, Bändern und Muskeln angeregt wird. Je nach Beschwerdebild stellt der Tierheilpraktiker dabei die passenden Globuli ganz individuell zusammen. Wichtig ist, dass immer alle Bestandteile des Bewegungsapparates in der Tierhomöopathie mit einbezogen werden.

Maulgeruch und Zahnfleischentzündung

Anders als wir Menschen, putzen sich Hund, Katze oder Pferd ja nicht die Zähne. Daher kommt es häufiger zu Entzündungen des Zahnfleisches und der Mundschleimhaut. Die Folge kann ein starker Geruch aus dem Maul sein. Auch hier hat sich die Homöopathie bewährt. Erzielt die Selbstbehandlung mit homöopathischen Arzneien jedoch keine Erfolge, muss der Tierarzt in der Praxis die genaue Ursache des Maulgeruchs abklären, da eventuell eine ernsthafte Erkrankung dahintersteckt.

Schreck und Angst

Ist Ihr Tier besonders ängstlich oder schreckhaft, sollten Sie sich als Tierhalter möglichst souverän verhalten, um ihm das Gefühl von Sicherheit zu vermitteln. Hat man selbst Angst, überträgt sie sich auch aufs Tier. Vor allem Hunde lernen durch Verknüpfung. Wird Ihr Liebling jedes Mal mit Aufmerksamkeit überschüttet, sobald er sich ängstlich zeigt, lernt der Hund: „Ich werde belohnt, wenn ich Angst zeige.“ Je cooler Sie in schwierigen Situationen dagegen selbst bleiben, umso schneller lernt auch der Hund, dass es nichts gibt, vor dem man sich fürchten müsste.

Zusätzlich können homöopathische Mittel helfen, Hund, Katze oder Pferd zu beruhigen und ihre Schreckhaftigkeit zu reduzieren. Wer etwa seinem Tier vor Silvester geeignete Globuli gibt, kann ihm oft eine Nacht voller Angst und Schrecken ersparen oder zumindest deutlich erträglicher machen.

Kastration und Sterilisation

Um die Folgen dieser Eingriffe zu mindern, hat sich die Homöopathie bewährt. Sowohl nach der Operation als auch um das hormonelle Gleichgewicht wiederherzustellen. Zum Beispiel bei Gewichtszunahme oder einem veränderten Wesen kann auf sanfte Weise homöopathisch behandelt werden (homöopathischer Tierarzt).

In der Regel werden die kleinen Kügelchen von Tieren gut angenommen. Am besten gibt man wie sonst kleine Leckerli. Keinesfalls mit ernster Miene oder einem Stressausdruck auf dem Gesicht. Tiere haben ein sehr feines Gespür für Ängste oder Sorgen, die man sich eventuell um sie macht, und reagieren dann ebenso verängstigt und skeptisch. Man kann die Globuli auch gut zerreiben und in ein paar Tropfen Wasser anlösen. Diese Lösung lässt man dann ablecken.

Manche Hunde oder Katzen sträuben sich sehr hartnäckig gegen die Verabreichung. Hier können Sie die zerriebenen Globuli auch mit äußerst wenig Futter geben. Dazu reicht es, die Finger kurz mit dem Futter zu betupfen. Homöopathische Arzneien können auch gut mit anderen Arzneimitteln kombiniert werden. Die folgende Tabelle bietet einen Anhaltspunkt für die Dosierung bei den verschiedenen Tierarten:

Tierart Dilution Globuli Tablette
Kleinnager 1 – 2 Tropfen 1 – 2 Glob. 1/8 – 1/4 Tabl.
Vögel (im Trinkwasser) 1 – 2 Tropfen 1 – 2 Glob. 1/8 – 1/4 Tabl.
Geflügel (je kg Kgw.) 1 Tropfen 1 Glob. 1/8 Tabl.
Katze / Hund klein 3 – 5 Tropfen 3 – 5 Glob. 1/2 Tabl.
Hund 5 Tropfen 5 Glob. 1 Tabl.
Hund groß 5 – 8 Tropfen 8 Glob. 2 Tabl.

Die folgende allgemeine Richtlinie gibt Aufschluss über die Dauer der Behandlung:

  • Potenzen bis D8: 3- bis 4-mal täglich
  • Potenzen D8 bis D12: 1- bis 2-mal täglich
  • Potenzen ab D30: 1-mal wöchentlich, im Akutfall z.T. auch täglich

Wer sich in Sachen „Wie behandle ich mein Haustier“ schlau machen will, kann das in Büchern nachlesen oder auch Kurse besuchen. Z.B. bieten einige Tierheilpraktiker solche Kurse für den Hausgebrauch, in denen Sie das Wissen ihrer Ausbildung an interessierte Tierhalter weitergeben. Achten Sie dabei aber immer auf die Qualifikationen des Ausbilders.

In solchen Kursen lernen Sie die Grundlagen der wichtigsten Mittel der Tierhomöopathie kennen, erfahren mehr über ihre Wirkung und wann sie am besten eingesetzt werden. Ein guter Ausbilder vermittelt umfassende fundierte Kenntnisse, zeigt aber auch die Grenzen der Homöopathie und generell der Selbstbehandlung bei Tieren auf.

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