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Wandern tut gut

April 10, 2018

Wandern gehört zu den beliebtesten Freizeitaktivitäten der Deutschen. Egal, ob Gipfelstürmer oder Gesundheitswanderer, alle können von der wohltuenden Wirkung profitieren. Da Wandern nichts anderes ist als Gehen in der Landschaft, kann fast jeder einfach losmarschieren. Und längst ist erwiesen, dass Wandern viele Krankheitsrisiken senkt und Beschwerden lindert.

 

Verbesserung der Gesundheit

Der Gesundheitszustand des Körpers verbessert sich mit der gleichmäßigen Bewegung. Was bislang nur Vermutung war, ist jetzt auch wissenschaftlich bestätigt: wandern ist gesund. Wenn sich Menschen regelmäßig bewegen, verringern sich schon nach vergleichsweise kurzer Zeit Körpergewicht, Body-Mass-Index, Blutdruck und Körperfett. Zudem verbessern sich die Ausdauerleistung und die Koordinationsfähigkeit*. Und wirklich jeder kann vom Wandern profitieren, auch relativ „unsportliche“ Teilnehmer.

Experten halten Wandern für das Gesündeste, was man für seine Gelenke tun kann. Dem Körper tut die Bewegung gut, die Durchblutung wird angeregt, die Versorgung aller Organe verbessert, der gesamte Stoffwechsel wird aktiver und in den Gelenken wird vermehrt Gelenkschmiere (Synovia) gebildet. Das hilft gegen Arthrose. Vielen Patienten wird Wandern empfohlen, denn aus medizinischer Sicht gibt es fast keine Einwände. Die Muskulatur um die Gelenke wird gestärkt, was gleichzeitig der Knorpelschicht zugute kommt. Die aufrechte Haltung wirkt sich bis zu den Kopfgelenken aus. Die Muskeln im Schulter- und Nackenbereich werden bei jedem Schritt gelockert und trainiert. Und wer die asphaltierten Straßen und geschotterten Forstwege verlässt, verbessert auch noch die Koordination.

Mehr als nur körperliche Betätigung

Immer mehr wird Wandern auch zum Stressabbau und Kräftesammeln genutzt. Wandern verändert nämlich auch etwas im Kopf. Wie alle Bereiche im Körper profitiert das Gehirn von der besseren Blut- und Sauerstoffversorgung. Zusätzlich versetzen die gleichmäßigen Bewegungen einige Gehirnregionen in eine Art Entspannungszustand. Der Kopf wird freier, wenn der vorderste Teil der Großhirnrinde nicht ständig bewerten und entscheiden muss. Neue Ideen, auf die man nie gekommen wäre, sind das Ergebnis, wenn auch andere Hirnregionen in die Kreativprozesse einbezogen werden. Und auch der Stress lässt nach, weil das lang andauernde Gehen das Hormon Cortisol verringert und die Ausschüttung von Endorphinen, Serotonin und Dopamin verstärkt. Mit den sogenannten Gute-Laune-Hormonen werden Gefühle des Glücks und Wohlbefindens verbunden. Vielleicht die schönste Belohnung nach einer erfolgreichen Wanderung.

Wandern oder nur Spaziergang

Ganz einig sind sich die Fachleute nicht, was eine Wanderung von einem Spaziergang unterscheidet. Während früher Distanz und Geschwindigkeit als Unterscheidungskriterien dienten, ist es heute eher die Dauer, die den Unterschied ausmacht. Bis zu eineinhalb Stunden wird als Spaziergang angesehen, alles was darüber liegt, als Wanderung. Letztendlich hängt die Definition aber auch vom persönlichen Empfinden ab. Grau ist die Theorie, deshalb raus in die Natur.

 

*Quelle: Studie vom Deutschen Wanderverband (DWV) initiiert und unter Leitung von Professor Kuno Hottenrott vom Institut für Leistungsdiagnostik und Gesundheitsförderung e.V. (ILUG) der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg um Gesundheitswandern.

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